Eingefroren im Watt – Familie kommt seit Tagen nicht weg von ihrer Insel
Holger Spreer-Wree lebt alleine mit seiner Frau Nele und den zwei Kindern auf der Hallig Süderoog im Wattenmeer. Idyllisch, könnte man meinen. Doch seit knapp einer Woche kommt die Familie nicht von der Insel runter – eingefroren im Eis. Wie lebt es sich so zwischen den Eisschollen? Die MOPO hat nachgefragt.
„Das ist jetzt das dritte Mal, dass wir eingefroren sind“, erzählt Holger Spreer-Wree mit norddeutschem Akzent am Telefon. Seit einer Woche sitzen er, seine Familie und eine Hilfskraft für den Hof auf der Hallig fest. Das Boot bewegt sich nicht aus dem Eis heraus. Am Montag hat der 45-Jährige versucht, dem Wattpostboten entgegenzugehen. Geschafft hat er es zwar, doch der Weg war sehr anstrengend, wie er erzählt.
Einkaufen gehen kann die Familie zwar nicht, aber wie Spreer-Wree erzählt, sind sie bereits seit Monaten gut eingedeckt mit Essen. „Wir bereiten den Winter bereits im Herbst vor“, sagt er. „Wir kommen locker klar.“
Spreer-Wree ist Nationalpark-Ranger, Küstenschützer und Halligbauer auf Süderoog. Gemeinsam mit seiner Frau trägt er seit 2013 die Verantwortung für den Hallig- und Naturschutz auf der Insel.
Gefangen im Eis auf Süderoog – langweilig wird es nicht
Einsam fühle sich die Familie aufgrund des Eises nicht. „Wir sind ja immer ab vom Schuss, nicht nur im Winter“, sagt der 45-Jährige. Außerdem gebe es auf dem Hof mit den Tieren genug zu tun, sodass ihnen nicht langweilig werden würde.
Dennoch hofft der Familienvater, am Donnerstag mit dem Boot wieder fahren zu können – ein oder zwei Sachen besorgen. Und er möchte seine Frau und Kinder nach Pellworm bringen. Dort geht die ältere Tochter (8) alle 14 Tage für fünf Tage zur Schule. Den Rest der Zeit hat sie Online-Unterricht. In dem Klassenzimmer sitzt dann ein Avatar, mit dem sie sich melden und umschauen kann, wie der Vater erzählt.
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Auf Instagram teilt die Familie das Leben auf Süderoog. Ein Video, das die Situation im Eis zeigt, wurde 22.700 Mal geliket. Darunter schreiben die Leute Grußbotschaften. „Wow, das ist ja schön anzusehen! Bin neugierig, wie ihr das alles aus dem Eismeer dann berichtet. Wünsche euch alles Gute“, schreibt eine Nutzerin.
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