Der große Klo-Test: Wie katastrophal sind Sylts Toiletten wirklich?
Auf Sylt gibt es einige öffentliche Toiletten. Doch was finden Besucher dort eigentlich vor? Wir haben uns eine Auswahl an beliebten Plätzen angeschaut. Die Qualität geht teils weit auseinander.
Sie sind oft verpönt, selten geliebt und werden doch oft gebraucht: die öffentlichen Toiletten – vor allem jetzt, wo es wieder kälter wird. Doch ist ihr Zustand wirklich so katastrophal, wie er oft beschrieben wird? Gerade auf einer Insel wie Sylt könnte man doch einen etwas höheren Standard erwarten. Um diese Frage zu beantworten, hat sich unsere Redaktion acht Toiletten in sechs Orten der Insel angeschaut, die besonders frequentiert sind.
Genug Auswahl an Toiletten in Westerland
Zunächst nach Westerland. Hier gibt es genug Auswahl. Wir haben uns die wichtigsten angeschaut: an der Strandpromenade, am Rathaus und am Autozug. Alle drei Angebote sind kostenlos, in der Aufmachung jedoch unterschiedlich. Wer dem Schild Richtung öffentliche Toiletten an der Promenade folgt, findet am Ende des Flurs neben dem Strandbistro gleich mehrere WCs für Frauen und Männer: hell, sauber und genug Papiertücher für alle. Seit November schließen sie jedoch bereits um 18 Uhr und öffnen morgens wieder ab 7 Uhr.
Wer sich etwas weiter im Zentrum bewegt, kann auch die Toiletten am Rathaus nutzen. Vom Haupteingang gesehen, liegen diese außen an der rechten Seite. Über dem Eingang prangt zudem auch ein Schild mit der Aufschrift „Öffentliche Toiletten“. Einfach Tür öffnen und hineingehen, geht jedoch nicht. Hier wurde die komfortablere Variante gewählt: Noch vor der Eingangstür ist ein Poller, an dem ein Knopf befestigt ist. Sobald dieser gedrückt wird, öffnet sich die Tür automatisch. Auch hier gibt es keinen Mangel an Sauberkeit und einfache Toiletten, inklusive Hygienebehälter. Seit November ist auch diese Möglichkeit nur noch von 10 bis 18 Uhr nutzbar.
First Class in Kampen
Immer offen haben hingegen die Klos am Autozug. Diese sind jedoch deutlich bescheidener gehalten, mit grauen Schüsseln ohne Brille und nicht ganz so sauber. Ein Urlauber, der gerade das Pissoir besucht hat, geht noch etwas weiter: „Einfach nur gruselig und ekelhaft“, sagt Klaus Kohler. In beiden Becken steht der Urin und läuft nicht ab. „Ich bin 20 Mal im Jahr hier und es war noch nie richtig sauber“, sagt der 65-jährige Hamburger. „Dagegen ist die Toilette in Kampen First Class.“
Wer sich die besagte Toilette am Strandübergang einmal anschaut, könnte tatsächlich das Gefühl haben, im etwas gehobeneren Segment unterwegs zu sein. Der Eingangsbereich erinnert an ein kleines Atrium, fast wie im Hotel. Es gibt Steckdosen, Händetrockner, Hygienebehälter, richtige Toiletten und sogar eine kleine Heizung an der Wand. Für ein kostenloses Angebot definitiv schwer zu übertreffen.
Besonderheit: Man kann seine Schuhe abspülen
Wichtig sind Toiletten vor allem da, wo sonst nichts ist. In Morsum am Parkplatz vor dem Kliff gibt es jeweils ein Frauen- und ein Männer-WC. Hier ist jedoch lediglich eine Schüssel ohne Klobrille vorzufinden, dafür behindertengerecht mit viel Platz. Außen gibt es zudem die Möglichkeit, seine Schuhe abzuspülen.
Dieses Angebot gibt es auch in Keitum am Sylt Museum, wo ebenfalls öffentliche Toiletten in einem kleinen Hüttchen stehen. Die kostenlosen Toiletten sind intakt, es gibt jedoch weder Papier für die Hände noch Föhn. Stattdessen wurde die vermeintliche Öffnung, aus der sich Gäste Tücher ziehen könnten, mit grauem Panzertape überklebt.
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Und wie ist das Angebot direkt an den Fähren? Sowohl in Hörnum als auch in List gibt es am Anleger beziehungsweise an der Autoverladung öffentliche Toiletten. Das WC in Hörnum schneidet bei den Google-Bewertungen jedoch deutlich besser ab. Direkt am Kai gelegen, bietet sie voll ausgestattete Toiletten und statt Papiertüchern einen modernen Händetrockner, der in dem traditionellen Ambiente definitiv heraussticht. Sie hat durchgehend geöffnet und ist kostenlos – etwas, was die Lister Toilette nicht bieten kann.
Hier zahlt der Besucher 0,50 Cent pro Klogang, die passend in einen Automaten eingeworfen werden müssen. Im Jahr 2025 keine Kartenzahlung anzubieten, wird in den Google-Bewertungen klar abgestraft. Dennoch sind beide Toiletten an den Fähren sauber. Barrierefrei sind alle Toiletten, außer an der Fähre in Hörnum. (Dieser Artikel erschien zuerst auf shz.de)