Der Ausflug ans Meer wird noch teurer: Wichtige Strandbäder wollen mehr Parkgebühren

Für das Parken an der Ostsee könnten in der Gemeinde Scharbeutz wie hier in Haffkrug bald andere Regeln und Gebühren gelten.
Für das Parken an der Ostsee könnten in der Gemeinde Scharbeutz wie hier in Haffkrug bald andere Regeln und Gebühren gelten.

Dem Tourismusausschuss liegt ein neues Parkkonzept für Scharbeutz und Haffkrug vor. Was die drei Varianten für Autofahrer bedeuten und welche Tarife fürs Parken an der Ostsee geplant sind.

Nach dem Tanken könnte nun das Parken für Autofahrer teurer werden – zumindest an einem Teil der Lübecker Bucht. Denn die Gemeinde Scharbeutz plant, ihr Parkkonzept anzupassen und entsprechend Mehreinnahmen zu erzielen.

Die derzeitigen Parkgebühren sind seit 2022 unverändert. „Angesichts der gestiegenen Kosten in der Parkraumbewirtschaftung, insbesondere für den Unterhalt und die Reparatur von Großparkplätzen, für die Anschaffung neuer Infrastruktur, die Zahlungsabwicklung sowie für die gestiegenen Personalkosten, ist es notwendig, ein ausgewogenes Konzept zur Anpassung der Parkgebühren und der entsprechenden Verordnung zu erarbeiten“, heißt es in der Beschlussvorlage, die am kommenden Mittwoch im Tourismusausschuss auf der Tagesordnung steht.

Neue Regeln fürs Parken in Scharbeutz und Haffkrug

Über 3000 Parkplätze bietet die Gemeinde Urlaubern, Tagesausflüglern und Einheimischen – rund 2000 auf den vier Großparkplätzen und knapp 1300 weitere auf anderen Stellflächen in und um Haffkrug und Scharbeutz. Derzeit werden pro Stunde im Sommertarif ein oder zwei Euro je nach Standort fällig – im Winter wird die Hälfte des Preises fürs Parken verlangt.

Für den Parkschein, aber auch für Parkausweise könnten in der Gemeinde Scharbeutz bald andere Regeln gelten – und auf Autofahrer andere Gebühren-Strukturen zukommen.
Für den Parkschein, aber auch für Parkausweise könnten in der Gemeinde Scharbeutz bald andere Regeln gelten – und auf Autofahrer andere Gebühren-Strukturen zukommen.

Angedacht ist nun im Grunde eine Gebührenerhöhung „durch die Hintertür“, denn die Preise selbst bleiben augenscheinlich unangetastet – aber es liegen drei Varianten auf dem Tisch, um an anderen Stellschrauben zu drehen.

Was die drei Varianten für Parken an der Ostsee vorsehen

So sieht Variante 1 vor, dass die Parkzeiten ausgedehnt werden. Derzeit herrscht Parkscheinpflicht von 9 bis 19 Uhr – künftig könnte sie den Zeitraum von 8 bis 21 Uhr betreffen. Für die Gemeinde Scharbeutz würden dadurch mehr als 103.000 Euro Mehreinnahmen entstehen und für den Tourismus-Service fast 142.000 Euro.

Variante 2 sieht eine Abschaffung des Wintertarifs vor. Die Parkgebühren würden somit ganzjährig laut dem Sommertarif gelten. Auch hierdurch würde mehr Geld in die Kassen fließen: rund 125.000 Euro bei der Gemeinde und etwa 172.000 beim Tourismus-Service.

Die dritte Variante ist wiederum eine Kombination aus beiden ersten. Sie sieht die Ausweitung der gebührenpflichtigen Parkzeiten um drei Stunden und den Wegfall des Wintertarifs vor. Die Mehreinnahmen aus den Parkautomaten wären somit deutlich höher als bei den beiden ersten Varianten und lägen je nach Auslastung bei der Gemeinde bei mehr als 205.000 Euro, beim Tourismus-Service bei über 282.000 Euro.

Auf dem Prüfstand: Parkausweise für Einwohner und Mitarbeiter

Auf den ersten Blick würden die Veränderungen beim Parken somit zunächst kaum auffallen. Wann die Parkplatz-Reform in Kraft tritt, ist indes noch offen. Zunächst soll die Verwaltung beauftragt werden, in einer der nächsten Ausschusssitzungen eine neue Verordnung zu erstellen, die auf Grundlage von Variante 1, 2 oder 3 beruht.

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Zudem soll geprüft werden, ob eine Überarbeitung der Parkausweisregelungen für Großparkplätze erforderlich ist. Denn Einwohner der Gemeinde Scharbeutz, die ihren ersten Wohnsitz hier haben (außerhalb der Ortschaften Haffkrug und Scharbeutz), Mitarbeiter von ortsansässigen Unternehmen, Gewerbetreibende und andere können Parkerlaubnisse kaufen. Diese kosten derzeit laut Entgeltordnung 40 beziehungsweise 100 Euro pro Kalenderjahr und Kfz. Zu überlegen sei, ob diese Gebühren ebenfalls angepasst oder neu eingeführt werden sollten, heißt es weiter. (Dieser Artikel erschien auf SHZ.de)

Dem Tourismusausschuss liegt ein neues Parkkonzept für Scharbeutz und Haffkrug vor. Was die drei Varianten für Autofahrer bedeuten und welche Tarife fürs Parken an der Ostsee geplant sind.