Böller-Eskalation: Mann bittet um Rücksicht – und wird verprügelt
Erst flogen Raketen, dann Fäuste: Böller-Chaoten prügelten in Bargteheide auf einen 21-Jährigen ein, der um mehr Rücksicht bat. Für ihn begann das neue Jahr im Rettungswagen. Was über die brutale Attacke bekannt ist und worin die Polizei jetzt ihre Hoffnung setzt, um die gefährlichen Täter zu finden.
Es sollte ein friedlicher Start ins neue Jahr 2026 werden, doch für einen 21-jährigen Bargteheider endete die Nacht beim Arzt. Kurz nach Mitternacht sprach der junge Mann in der Rathausstraße eine Gruppe Unbekannter an. Der Grund: Sie feuerten Raketen und Böller verantwortungslos direkt in Richtung seiner Freunde.
Böller-Chaoten schlagen Jugendlichen zusammen
Was als Bitte um Rücksicht begann, schlug sofort in Aggression um. Mehrere Männer aus der Gruppe gingen auf den 21-Jährigen los und verletzten ihn durch Schläge und Tritte.
Nur weil seine Freunde sofort eingriffen und die Polizei riefen, ließen die Täter ab und flüchteten im Schutz der Dunkelheit. „Trotz umfangreicher Fahndung konnten die Einsatzkräfte die Verdächtigen nicht mehr antreffen“, erklärt Sophie-Marie Jakobi, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg.
Gewalt-Hotspots von Ahrensburg bis Reinbek
Der Fall aus Bargteheide ist kein Einzelfall. Die vermeintlich „ruhige“ Statistik von 41 Einsätzen im Kreis Stormarn entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Protokoll der Zerstörungswut:
Ahrensburg: Eine illegale Kugelbombe verletzte einen fünfjährigen Jungen am Arm. Zudem brannte am „Brauner Hirsch“ ein Linienbus völlig aus.
Bad Oldesloe: Auf dem Marktplatz beschossen sich Gruppen gegenseitig mit Pyrotechnik; in der Industriestraße flogen Böller auf ein Tankstellengelände.
Reinbek: Unbekannte sprengten Briefkästen in der Holsteiner Straße und bewarfen Busse.
Bargfeld-Stegen: Hier sprengten Kriminelle zudem einen Zigarettenautomaten in der Kayhuder Straße.
Bargteheide: Brandstiftungen und Gewalt
In Bargteheide selbst kam es schon in den Stunden vor dem Jahreswechsel zu gewalttätigen Zwischenfällen. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Bereits als die Dunkelheit einsetzte, nahm die Aggressivität spürbar zu.
Nach einem Heckenbrand in der Bargteheider Mozartstraße um 18.40 Uhr eskalierte die Lage in der dortigen Bahnhofstraße: Um 19.10 Uhr warfen Jugendliche Feuerwerk auf die Gleise und gezielt auf Passanten.
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Die Beamten in Bargteheide suchen nun Zeugen der Attacke in der Rathausstraße. Wer hat die Männergruppe beobachtet oder kann Hinweise zu ihrer Fluchtrichtung geben? Hinweise zu diesem Fall und anderen Vorkommnissen in der Silvesternacht an die Polizeistation Bargteheide unter 04532 70710 oder per Mail: bargteheide.pst@polizei.landsh.de. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)