Wehrführer schmeißt hin – bizarrer Streit um Drehleitereinsatz beendet
Im Kreis Segeberg tobt jahrelang ein Streit um den Einsatz einer Drehleiter einer Dorf-Feuerwehr. Ein Gemeindewehrführer weigert sich vehement, das Rettungsfahrzeug einer Nachbarwehr einzusetzen. Nun trat der Mann von seinem Amt zurück.
Jahrzehnte engagierte sich Maik Grell bei der Freiwilligen Feuerwehr Oering, stieg zum Wehrführer und später zum Gemeindebrandmeister auf. In dieser Position oblagen ihm wichtige einsatztechnische Entscheidungen, mit denen andere nicht immer einverstanden waren. Nun trat Grell zurück.
Streit um Drehleitereinsatz eskaliert – Haus brennt nieder
Der Fall hat allerdings eine Vorgeschichte: Viele Jahre unterstützten sich die Freiwilligen Retter der Wehren Oering und Itzstedt. Die Ortschaften liegen nur wenige Kilometer auseinander. Das änderte sich, als sich die Itzstedter 2022 eine Drehleiter zulegten.
Grell, der zu diesem Zeitpunkt Gemeindewehrführer war und bei Einsätzen in den umliegenden Ortschaften über bei Bränden einzusetzende Fahrzeuge bestimmte, soll sich vehement geweigert haben, die Drehleiter der Nachbarwehr zum Einsatz kommen zu lassen. Stattdessen forderte er eine aus dem rund 15 Kilometer entfernten Kaltenkirchen an.
Verfahren gegen Gemeindebrandmeister eingestellt
So auch bei einem Brand im März 2024 in Oering. Kritiker werfen Grell vor, auch hier die Drehleiter aus Kaltenkirchen angefordert zu haben. Da diese erst nach gut 20 Minuten am Einsatzort eintraf, soll sich der Brand soweit ausgedehnt haben, dass eine Familie ihr Zuhause verlor. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Neben der Klärung der Brandursache, sollte nach MOPO-Informationen auch ermittelt werden, ob Grell Fahrlässigkeit anzulasten war. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt.

Auch der örtliche Bürgermeister unterstützte Grell. Dennoch soll es innerhalb der Oeringer Wehr weiter rumort haben. Vor knapp drei Wochen warf Grell sein Amt dann hin, aus „privaten, familiären Gründen“, wie er sagt. Seither sieht man die Itzstedter Drehleiter häufiger im Nachbarort …
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