Mutterboden ist hinter den weggespülten Sanddünen am Strand zwischen Gotinger Cliff und FKK-Strand auf der Nordseeinsel Föhr zu sehen – jetzt soll frischer Sand her.

Mutterboden ist hinter den weggespülten Sanddünen am Strand zwischen Gotinger Cliff und FKK-Strand auf der Nordseeinsel Föhr zu sehen – jetzt soll frischer Sand her. Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Beliebte Nordsee-Insel bekommt frische Strände – und das ist richtig teuer

Stürme und Meeresbrandung nagen an Föhr: Nach Herbst und Winter soll jetzt an einige Strände der Insel neuer Sand gespült werden. Aber deutlich weniger, als auf der Urlaubsinsel Sylt.

An die Strände der Insel Föhr werden in diesem Jahr rund 445.000 Kubikmeter Sand gespült, um die Küste zu sichern. Die Sandaufspülungen sollen von Mitte Mai bis Ende August im Bereich Nieblum (Strand) und Goting-Kliff an der Südküste der Insel auf einer Länge von drei Kilometern durchgeführt werden, teilte der Sprecher des zuständigen Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) mit. Die Sandaufspülung wird demnach voraussichtlich rund 12,5 Millionen Euro kosten. 

Föhr bekommt neuen Sand

„Anfang dieser Woche begann auf der Insel der Rückbau von zwei jeweils 150 Meter langen Buhnen, die für den Küstenschutz entbehrlich sind.” Mitte Mai sei der erste Spülstoß geplant.


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Besonders vor den Nordseeinseln treffen die Wellen mit großer Kraft auf die Küste, sagt Dirk van Riesen, Abteilungsleiter Wasserbau im Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein. „Die flexiblen Sandaufspülungen haben sich bislang als der effektivste und naturverträglichste Schutz unserer sandigen Küsten erwiesen.” In dem Bereich war zuletzt 2012 Sand aufgespült worden – damals rund 262.000 Kubikmeter.

„Nach 14 Jahren ist eine solche Maßnahme in diesem Abschnitt wieder notwendig”, sagt Birgit Matelski, Direktorin des LKN.SH. Die Folgen weiterer Erosionen würden einen größeren und damit auch deutlich teureren Eingriff erforderlich machen.

Sandaufspülungen seit 1963

Die Südküste der Insel Föhr verliert nach Angaben des Landesbetriebs pro Jahr rund 62.000 Kubikmeter Sand, der seit 1963 durch Sandaufspülungen teilweise ersetzt wird. Zuletzt wurden vor vier Jahren in Utersum 206.000 Kubikmeter Sand aufgespült.

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Die Vorspülungen an der sandigen Küste vor der Gemeinde Nieblum seien nötig, weil an manchen Stellen am Goting-Kliff schon jetzt der Inselsockel frei liege und weitere Erosionen die Substanz der Insel gefährden könnten. Zudem werde die Küstenbasislinie, die das Land halten will, unterschritten. In anderen, noch intakteren Bereichen, drohen diese Szenarien laut Experten voraussichtlich 2029 einzutreten. Nimmt der Sandrückgang zu, könnten nach Einschätzung des LKN.SH in Zukunft auch Bauwerke an der Küste in ihrer Standsicherheit gefährdet sein.

Seehunde sollen wenig gestört werden

Der Sand wird zehn Kilometer vor Sylt aus bis zu 15 Metern Tiefe von Spezialschiffen, sogenannten Saugbaggern, entnommen. Sie fahren das Sand-Wasser-Gemisch dann an Amrum vorbei und transportieren es in die Nähe der Küste vor Föhr und spülen es durch eine Rohrleitung an den Strand.

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Die Aktion sei so geplant, dass für Seehunde während der Wurf- und Säugezeit sowie mausernde Trauerenten keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten seien, heißt es von dem Landesbetrieb.

An die Sylter Strände werden in diesem Jahr rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand gespült, um die Küste zu sichern. Die Sandaufspülung hier wird laut LKN.SH insgesamt etwa 9,2 Millionen Euro kosten. (dpa/mp)

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