AfD-Veranstaltung auf Schiff: Jetzt macht auch die Sylter Politik Druck
Ein AfD-Bürgerdialog auf der „Freya“ bringt Sylt in Bewegung: Die Gemeinde macht Druck auf die Reederei – und eine Resolution ist nicht ausgeschlossen.
Auf dem historischen Raddampfer „Freya“ soll am 13. Juni in Kiel ein Bürgerdialog der AfD-Bundestagsfraktion stattfinden. Die Vermietung des Schiffes beschäftigt inzwischen auch die Sylter Politik. Der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt beschloss am Dienstagabend einstimmig, auf die Reederei Adler Schiffe einzuwirken, um die Veranstaltung zu verhindern.
Kritik an geplanter AfD-Veranstaltung
Gegen die geplante Veranstaltung regte sich bereits Widerstand. So forderte beispielsweise der Kieler „Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus“ die Reederei in einem offenen Brief auf, die Vermietung rückgängig zu machen. Das Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Kulturvereinen kritisiert die geplante Veranstaltung.
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Ein Sprecher der Adler Schiffe hatte die Vermietung zuvor mit dem Grundsatz begründet, Angebote und Dienstleistungen diskriminierungsfrei bereitzustellen. Gegenüber Medienvertretern erklärte das Unternehmen, Kunden unabhängig von ihrer politischen, religiösen oder weltanschaulichen Ausrichtung zu bedienen, solange sich Veranstaltungen im Rahmen der geltenden Gesetze bewegten. Eine politische Unterstützung der AfD sei mit der Vermietung nicht verbunden.
Hauptausschuss fordert Absage
Am Dienstagabend befasste sich der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt mit dem Thema. Grundlage war ein Dringlichkeitsantrag der Grünen-Fraktion. Die Grünen kritisierten die geplante Vermietung der „Freya“ an die AfD und forderten eine Resolution der Gemeinde. Der Hauptausschuss stimmte dem Vorstoß einstimmig zu.
Für die Grünen ist die Angelegenheit eine Frage der Haltung. „Wir sind eine weltoffene Gemeinde“, sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Roland Klockenhoff unserer Redaktion. Die AfD verkörpere aus seiner Sicht das Gegenteil. Unternehmen müssten sich daher die Frage stellen, wem sie ihre Infrastruktur zur Verfügung stellten.
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Wie es nun weitergeht, ist nach Angaben Klockenhoffs noch offen. Zunächst sollte Bürgermeisterin Tina Haltermann das Gespräch mit Reeder Sven Paulsen suchen. Weitere Schritte, darunter auch eine Resolution, hängen demnach von der Reaktion der Reederei ab. AfD-Bundestagsabgeordneter Kurt Kleinschmidt bezeichnete den Druck auf die Reederei indes als „in höchstem Maße undemokratisch“. Die Einflussnahme komme einem Boykottaufruf gleich, erklärte er.
Adler Schiffe weist Kritik an „Freya“-Vermietung zurück
Aus einer uns vorliegenden Stellungnahme von Reeder Sven Paulsen geht hervor, dass die Reederei an ihrer bisherigen Linie festhält. Paulsen betont darin, die Vermietung stelle „ausdrücklich keine politische Positionierung oder inhaltliche Unterstützung“ dar. Zugleich stellt er klar: „Als Unternehmen weisen wir jede Form von Extremismus, Rassismus und Diskriminierung entschieden zurück. Eine Unterstützung politischer Parteien oder deren Inhalte erfolgt durch uns nicht.“ (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)