Abzocke? Parkplatz-Ärger im Eisberg-Paradies Geesthacht – und ein Appell der Stadt
Die „Eisberge“ auf der Elbe locken derzeit viele Menschen nach Geesthacht – und sorgen neben Staunen auch für Ärger: Mehrere MOPO-Leserinnen und -Leser melden Parkplatz-Chaos rund um die Schleuseninsel. Besonders bitter für einige: Wer nur kurz am Straßenrand hielt, bekam nach eigener Darstellung ein Knöllchen – in einem Fall ist von 55 Euro die Rede. Der Tenor mancher Mails: „Abzocke!“
Ein Leser schreibt, es sei kaum ein freier Parkplatz zu finden gewesen. Viele hätten deshalb kurz auf Grünstreifen am Fahrbahnrand gehalten, „nur um ein Foto zu machen“ und ohne jemanden zu behindern. Umso größer sei die Verwunderung gewesen, dass offenbar gezielt kontrolliert und viele mit Bußgeldern belegt worden seien. Gewünscht wird mehr Besucherlenkung – oder zumindest Kulanz bei dem außergewöhnlichen Andrang.
Parken nahe der Eisberge: Geesthacht weist Abzock-Vorwurf zurück
Die Stadt Geesthacht weist den Abzocke-Vorwurf zurück – und bestätigt gleichzeitig auf MOPO-Anfrage: Ja, die Kontrollen wurden verstärkt. Hintergrund sei das hohe Besucheraufkommen, das „insbesondere im Bereich der Schleuseninsel“ zeitweise zu einer angespannten Verkehrslage führe. Ziel sei ausdrücklich nicht, Einnahmen zu erzielen, sondern Regeln durchzusetzen – vor allem mit Blick auf Rettungswege.
Denn laut Fachdienst Öffentliche Sicherheit habe es in den vergangenen Tagen bereits gefährliche Situationen und Einsätze gegeben, bei denen Rettungsfahrzeuge freie Zufahrten brauchten. Blockierte Rettungswege seien im Ernstfall eine erhebliche Gefahr. Auch auf niedersächsischer Seite seien bereits Halteverbote ausgesprochen worden.

Kulanz beim Parken oder Halten auf Grünflächen schließt die Stadt indes aus. Die Schleuseninsel liege in einem Schutzgebiet für Flora und Fauna, das Befahren und Abstellen von Autos schade Pflanzen- und Tierwelt. Außerdem würde das Verhalten die Situation auf der Bundesstraße weiter verschärfen und Rettungswege zusätzlich gefährden.
Wo Sie in Geesthacht am besten parken sollten
Und wohin, wenn an der Elbe alles dicht ist? Parkplätze direkt am Wasser seien überwiegend privat und stünden nicht zur Verfügung, so die Stadt. Empfohlen werden stattdessen der Parkplatz am Menzer-Werft-Platz sowie am Rathaus – von dort sei die Elbinsel zu Fuß erreichbar, „ein längerer, aber gut machbarer Spaziergang“. Alternativ: aus der Innenstadt mit den Buslinien 439 oder 539 bis „Am Schleusenkanal“, dann weiter zu Fuß.
Die Stadt appelliert an alle Besucherinnen und Besucher, Verkehrsregeln einzuhalten, Rettungswege freizuhalten, Rücksicht auf Natur und Lage zu nehmen und den Wasserstand im Blick zu behalten. Das Naturschauspiel solle schließlich sicher erlebbar bleiben – ohne Stress für Anwohner, ohne Risiko für Einsatzkräfte.
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