Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kapitän der „Fortuna B“.

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kapitän der „Fortuna B“. Foto: picture alliance/dpa | Philip Dulian | Christoph Reichwein

Timmy-Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe: „Kapitän hat mir mit Arrest gedroht“

Die Rettungsaktion für den Buckelwal „Timmy“ sorgt weiter für Diskussionen: Nach der umstrittenen Freilassung sind die beteiligten Schiffe wieder in den Häfen angekommen – begleitet von heftiger Kritik einer Tierärztin.

Die ersten Helfer der privaten Initiative zur Rettung des Wals kehrten mit etwas Verspätung zurück. Mit der „Arne Tiselius“ traf die Gruppe im Hafen von Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Helfer wurden unter anderem mit einem Bus der DLRG abgeholt. Eigentlich war die Ankunft bereits für etwa 18 Uhr geplant gewesen.

Die „Fortuna B“ liegt im Hafen von Cuxhaven. NEWS5
Fortuna B Hafen Cuxhaven
Die „Fortuna B“ liegt im Hafen von Cuxhaven.

Die „Fortuna B“, das zweite Schlepper-Schiff, lief am späten Sonntagabend im Hafen von Cuxhaven ein. Zuvor hatte das Schiff – vermutlich wegen eines Unwetters – Kurs auf Helgoland genommen.

Tierärztin: „Ich habe so viel geheult“

Für Aufsehen sorgt ein Statement von Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die die Freilassung des Wals und das Verhalten der Crew scharf kritisierte. „Ich habe so viel geheult“, sagte sie. Es habe auch Auseinandersetzungen mit dem Kapitän gegeben. „Der Kapitän hat gezittert vor Wut. Er hat mir gedroht, mich in Arrest zu nehmen“, berichtete Tönnies.

Zudem seien Filmaufnahmen der Freilassung offenbar nicht gewünscht gewesen. Nach eigenen Angaben sei sie selbst zeitweise nicht mehr zum Wal gelassen worden: „Ich wurde abgehalten vom Kapitän.“ Ihre Anwältin Constanze von der Meden erklärte, man sei dabei, die Vorgänge aufzuarbeiten.

Unklare Umstände bei Freilassung

Die Crews gehörten zur privaten Initiative um Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, die die Rettung des Buckelwals finanzieren. Das Tier war am Samstag gegen 9 Uhr nördlich von Skagen (Dänemark) aus einer Barge freigelassen worden und schwamm anschließend in die Nordsee. Über den genauen Aufenthaltsort des Wals gibt es keine Daten, weil der angebrachte Peilsender wohl defekt ist.

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Die genauen Hintergründe der Freilassung sind jedoch weiter unklar. Nach Angaben von Tönnies habe es an Bord Differenzen gegeben. Die Freilassung sei demnach nicht wie ursprünglich abgesprochen erfolgt. Trotz der Kritik zeigt sich die Tierärztin vorsichtig optimistisch: „Ich glaube, dass er es schaffen wird.“ (mp)

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