Die Krimiserie „Morden im Norden“ geht in die zwölfte Staffel.

Die Krimiserie „Morden im Norden“ geht in die zwölfte Staffel. Foto: picture alliance/dpa/ARD | Thorsten Jander

Nord-Krimi: Wenn der „Sugardaddy“ tot im Fluss treibt

Die beliebte Krimiserie „Morden im Norden“ widmet sich in den neuen Episoden ihrer zwölften Staffel vor allem den Nöten und Lebenswelten junger Menschen.

In der beschaulichen Hansestadt Lübeck wird wieder gemordet. Die beliebte Serie „Morden im Norden“ – bis zu 3,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer schalten ein – startet am Montag (18.50 Uhr, Das Erste) mit zwölf neuen Folgen in ihre zwölfte Staffel. Und dieses Mal stehen vor allem junge Menschen im Zentrum der melodramatischen Kriminalgeschichten, die nie extrem blutig und allzu spannend erzählt werden – sie sind ja noch Teil des Vorabendprogramms im Ersten.

Krimiserie „Morden im Norden“: Erste Folge hat es in sich

Schon die erste Folge „Sugardaddy“ aber hat es in sich. Zwei Freundinnen plaudern am Wasser. Man spürt ihr enges Verhältnis. Eigentlich hatten sie sich aus Spaß in einem Online-Portal angemeldet, auf dem minderjährige Frauen sich mit deutlich älteren Männern treffen, die ihnen die Gesellschaft mit luxuriösen Geschenken, festlichen Abenden und Reisen versüßen. Doch die 17-jährige Romy (Lina Hüesker) wird skeptisch, Kaya (Hannah Gharib) hat auch ein Foto des Partners ihrer Mutter auf dem Handy, streitet aber ab, ihn zu treffen. Am nächsten Tag liegt er tot in der Trave. Sein Porsche steht noch mit zwei Sektgläsern am Ufer.

Romy ist in ihrer Loyalität hin- und hergerissen. Sie will ihre Freundin unterstützen, aber auch ihre Mutter beschützen. Und schon haben es Kommissar Finn Kiesewetter (Sven Martinek) und sein Team auch wieder mit einem speziellen Familienmilieu zu tun.

Psycho-Drama kommt auf die Leinwand

Während Romy mit ihrer Mutter behütet aufgewachsen ist und alles versucht, die Familie zusammenzuhalten, lebt ihre Freundin Kaya mit ihrem Vater, einem Fahrstuhlmechaniker, in einfachen Verhältnissen. Ihre psychisch kranke Mutter lebt dauerhaft in einer Einrichtung. Und Kaya ist wild entschlossen, das alles hinter sich zu lassen. Dabei eckt sie mit ihrem bemühten, aber arbeitsbedingt meist abwesenden Vater oft an. „Ich hätte dich früher gebraucht“, sagt sie.

Die Ermittler müssen eine Menge auffahren, um weiterzukommen. Lars Englen (Ingo Naujoks) meldet sich sogar als Lockvogel im Sugardaddy-Forum an. Auch Nina Weiss (Julia E. Lenska) und Gregor Michalski (Jonas Minthe) sind bei der Online-Recherche und bei den Vernehmungen der Jugendlichen gefordert. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen. Am Ende wird allerdings auch manches Klischee bedient.

Zweite Folge über tote Pflegerin zeigt spannende Familiendynamiken

Noch stärker steigt die zweite Episode der Krimiserie, „Die Polin“, in die Tiefen dessen ein, was in der kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie, häufig nicht funktioniert. Eine polnische Pflegerin liegt tot in der Badewanne. Schnell haben Kiesewetter und sein Team die Gewissheit, dass sie nicht freiwillig aus dem Leben schied. Sie betreute den lungenkranken Elmar Gerlach – Hans Peter Korff in der letzten Rolle vor seinem Tod im März 2025 – und das offenbar mit großer Hingabe.

Denn er war so dankbar, dass er ihre prekäre, von dem Vermittler Anton Zapalla (Patrick Joswig) nur unzureichend entlohnte Pflegerinnen-Existenz sogar mit einer Erwachsenenadoption absichern wollte. Sie war „jemand, der für mich da ist und mich nicht abschieben will“, sagt er. Anders als seine Tochter, die sich den Traum vom eigenen Café erfüllen will und sich dafür gerade verschuldet hat. Doch hat Melanie Böhm (Sophie Lutz) damit auch ein Motiv?

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Auch ihr Sohn Lukas Böhm (Connor Krause) kannte die Tote offenbar näher als zunächst bekannt. Und dann stellt sich heraus, dass das Zimmer der Pflegerin offenbar durchwühlt wurde. Ein spannender Fall, der oft verborgene Familiendynamiken in herausfordernden Pflegesituationen zum Thema macht. (dpa/mp)

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