Vergewaltigung im Jugendzentrum? Mutter findet Video auf Handy ihrer Tochter
Es ist ein schlimmer Fall, der gerade die Polizei und Staatsanwaltschaft in Niedersachsen beschäftigt: Ein erst 14-jähriges Mädchen soll in den Räumen eines Jugendzentrums in Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) vergewaltigt worden sein – von drei Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Die Tat wird eher zufällig bekannt.
Denn offenbar ist es die Mutter des Opfers, die ein Video auf dem Smartphone ihrer Tochter sieht. In diesem ist zu sehen, wie ein Mädchen von hinten gepackt wird. Das Video, so stellt sich später heraus, kursierte in verschiedenen Chat-Gruppen innerhalb der Gemeinde und wurde offenbar untereinander geteilt und weitergeschickt.
Vergewaltigung im Jugendzentrum: Mutter erhebt schwere Vorwürfe
Erst einige Tage später, nachdem die Mutter das Video gesehen hatte, soll die Tochter ihr gegenüber gestanden haben, dass sie das Mädchen in dem Video ist. So berichtet es die Mutter in einem „Bild“-Interview. Sie erstattet Anzeige bei der Polizei.

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Inzwischen liegt der Fall bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stade, die die Ermittlungen bestätigte. Im Fokus der Arbeit stehen die drei jungen Tatverdächtigen, die ebenfalls aus dem Ort beziehungsweise aus der Umgebung kommen sollen.
Die Mutter des Opfers erhebt schwere Vorwürfe gegen die Mitarbeiter des „JUZE“: So hätten diese nicht sofort die Polizei informiert. Das Jugendzentrum, in dem die Vergewaltigung passiert sein soll, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Gnarrenburg und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gnarrenburg.
Kirchenkreis und Gemeinde weisen Verantwortung von sich: „keine Versäumnisse“
Der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven teilte mit, dass sich Mitarbeitende des „JUZE“ keine Fehler erlaubt hätten. Es habe „keine Versäumnisse“ gegeben. Entsprechend äußern sich auch der Bürgermeister Gnarrenburgs, Marc Breitenfeld, wie auch der Superintendent des Kirchenkreises, Carsten Stock. Und weiter: „Das Team hat zu jedem Zeitpunkt gemäß des ihm vorliegenden Kenntnisstandes korrekt gehandelt.“
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Wann die Ermittlungen zu einem Ende kommen, ist noch nicht absehbar. Die Staatsanwaltschaft Stade arbeite mit „höchster Priorität“. Sollte sich der Verdacht erhärten, müssen die Beschuldigten mit empfindlichen Strafen rechnen.
Transparenzhinweis: Angaben dazu, von wem das „JUZE“ betrieben wird und wer dem Jugendzentrum Fehlverhalten vorwirft, wurden im Vergleich zur ersten Fassung des Artikels präzisiert.
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