Störche trotzen Winterwetter – Sorge um Fridolins Partnerin
Trotz der anhaltend winterlichen Temperaturen kehren vielerorts Weißstörche zurück in den Norden. In Niedersachsen sind laut Nabu bereits frühe Rückkehrer gesichtet worden. Nach schlimmer Vogelgrippe in Spanien herrscht nun Sorge um Störchin „Mai“.
Obwohl es noch recht winterlich ist, zeigen sich an vielen Orten in Deutschland bereits die ersten Weißstörche auf ihren Horsten. Keine Sorge: Sie sind nicht etwa zu früh dran. Viele Störche überwinterten inzwischen in Süddeutschland, erläuterte Oda Wieding vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein. Andere ziehen ihr zufolge nicht mehr so weit in den Süden und sind teilweise schon zurückgekehrt.
„In ganz Bayern merken wir, dass die Vögel sich an den Nestern einfinden“, sagte Wieding. Es sei auch schon Paarungsverhalten zu beobachten – allerdings erst mal nur, um die Paarbindung zu stärken. Für eine Brut sei es noch zu früh. Auch in Norddeutschland könne man die ersten Störche sehen, sagte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Bergenhusen.
„Fridolin“ kommt seit fast 20 Jahren nach Leiferde
Zu diesen Paaren gehören auch der wohl bekannteste Storch des Landes: „Fridolin“ aus Leiferde im Landkreis Gifhorn. Er ist seit einigen Tagen zurück und verbringt nach Angaben des Nabu nun das 19. Jahr in Folge an seinem angestammten Brutstandort. „Inzwischen dürfte der erfahrene Storch Mitte bis Ende zwanzig sein“, sagte Bärbel Rogoschik vom Artenschutzzentrum. Über eine „Storchen-Cam“ lässt sich der Alltag des Tieres im Internet verfolgen.
In diesem Jahr sei die Sorge vor der Rückkehr groß gewesen, berichtete Rogoschik. Denn viele der niedersächsischen Störche überwintern ihr zufolge in der Nähe von Madrid. Nach einem Winter mit zahlreichen Ausbrüchen der Vogelgrippe in Spanien, bei denen hunderte Störche verendeten, fürchteten die Mitarbeiter um Fridolin. Zwei weitere Weißstörche waren schon zuvor an den anderen Nisthilfen des Zentrums eingetroffen.
Wegen Vogelgrippe: Sorge um Störchin „Mai“
Nach seiner Ankunft gönnte sich Fridolin eine Ruhepause im Nest und sammelte Kräfte für die kommende Brutsaison. Die Storchenmännchen warten laut Rogoschik nun auf die Ankunft der Weibchen. Dafür hoffen sie beim Artenschutzzentrum, dass auch Fridolins langjährige Partnerin „Mai“ wieder den Weg nach Leiferde findet. Wegen der Vogelgrippe gebe es die Sorge, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte.
Die anhaltende Kälte mit Schnee oder auch Eisregen macht den Tieren nach Angaben des Nabu nicht viel aus. „Die haben ja ihr Federbett praktisch um sich“, sagte Expertin Rogoschik. Die Vögel könnten Wärme auch gut speichern. Wichtiger sei das Nahrungsangebot. Die Störche müssen Mäuse, Schnecken oder Würmer finden. „Eine geschlossene Schneedecke wird dabei zum Problem“, sagte Rogoschik.
Störche kehren früher zurück oder bleiben ganz
Seit mindestens zehn Jahren gebe es die Beobachtung, dass Störche bereits im Februar zurückkehren, teilte der Nabu weiter mit. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Jahren verstetigt. „Die Tiere passen sich zunehmend flexibel an veränderte Nahrungsangebote und klimatische Bedingungen an“, sagte ein Nabu-Sprecher.
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Wo genau einzelne Tiere überwintern, lasse sich in den meisten Fällen nicht eindeutig sagen. Nur wenige Störche sind laut Nabu mit Sendern ausgestattet und nicht alle tragen einen Ring. Einige Störche seien in den vergangenen Jahren bereits als Überwinterer in Nestnähe geblieben. „Sie sparen sich die kräftezehrende Reise und bleiben in der Nähe ihres angestammten Brutplatzes“, sagte Rogoschik. Nahrung finden sie dann unter anderem auf Mülldeponien. (mp/dpa)
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