Spargelernte beginnt früher: Das sind die Erwartungen für 2026
In Niedersachsen ist die Spargelsaison 2026 offiziell eröffnet worden. Auf dem Hof Löscher fiel der Startschuss unter sonnigem Wetter. Nach Einschätzung der Branche sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte in diesem Jahr gut.
„Die Startbedingungen für eine gute Spargelernte 2026 sind gegeben“, sagte Fred Eickhorst vom Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände. Der kalte Winter habe für eine ausreichende Ruhephase der Pflanzen gesorgt. Gleichzeitig hätten milde und sonnenreiche Tage im März dazu geführt, dass sich die Spargeldämme früh erwärmen konnten.
In ersten Anlagen wird bereits gestochen. Besonders unter Dreifach-Abdeckung konnten die Pflanzen schneller wachsen. Von dort stammt aktuell der erste deutsche Spargel, der seit Anfang März geerntet wird. Der Anteil dieser Flächen ist jedoch gering. Im weiteren Verlauf des Monats soll die Ernte ausgeweitet werden. Zunächst dürften Flächen unter Doppelabdeckung folgen, später auch Anlagen mit einfacher Abdeckung. Voraussetzung dafür sind weitere Sonnenstunden.
Arbeiten begannen bereits im Herbst – Spargelbauer besorgt um wirtschaftliche Lage
Die Arbeiten für die Saison beginnen traditionell bereits im Vorjahr. Im Herbst werden die Dämme angelegt, Folien verlegt und Anlagen vorbereitet. Neben der Feldarbeit organisieren die Betriebe auch Personal und Vermarktung. In ersten Betrieben sind Saisonarbeitskräfte bereits im Einsatz. Trotz des frühen Starts bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Gestiegene Mindestlöhne und höhere Energiekosten zählen weiterhin zu den größten Belastungen. Die Branche rechnet damit, dass die Zahl der Betriebe und die Anbauflächen weiter zurückgehen könnten.
Bereits 2025 war die Entwicklung rückläufig. In Niedersachsen wurden auf 3828 Hektar rund 19.654 Tonnen Spargel geerntet. Das entspricht einem Rückgang der Erntemenge um 13,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die ertragsfähige Fläche ging um 4,8 Prozent zurück. Mit einem Anteil von rund 19,9 Prozent bleibt Niedersachsen dennoch eines der wichtigsten Spargelanbaugebiete in Deutschland. Zu den zentralen Regionen zählen unter anderem die Räume Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen und das Osnabrücker Land.
Appell an Handel und Öffentlichkeit
Zum Auftakt der Saison richtete die Branche klare Erwartungen an Handel, Politik und Medien. Der Lebensmitteleinzelhandel solle schneller auf heimischen Spargel umstellen. Gleichzeitig brauche es mehr Unterstützung für die Betriebe und ein positives Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit.
„Unsere Betriebe brauchen jetzt ermutigende Signale“, sagte Eickhorst. Ziel sei es, die Nachfrage nach regionalen Produkten zu stärken und die Zukunft des Spargelanbaus zu sichern. Teil dieser Strategie ist auch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. So soll unter anderem der „Tag des deutschen Spargels“ am 5. Mai die Aufmerksamkeit auf das Produkt lenken.
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Für die kommenden Wochen setzt die Branche auf stabile Witterungsbedingungen. Idealerweise soll es sonnig, aber nicht zu warm bleiben. Entscheidend sei, dass Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht bleiben, damit kostendeckende Preise erzielt werden können. Ob sich die positiven Startbedingungen in eine erfolgreiche Saison übersetzen, wird sich im weiteren Verlauf zeigen.
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