Wolf

Ein ausgewachsener Wolf (Symbolbild). Schäfer wünschen sich mehr Abschüsse. Foto: Christian Charisius/dpa

Schäfer stinksauer: Niedersachsen macht Wolfsabschüsse nahezu unmöglich

Niedersachsen hat ein Herz für Wölfe: Das Landwirtschaftsministerium findet nicht, dass es zu viele von ihnen im Land gibt und will „den guten Erhaltungszustand nicht gefährden“. Deshalb soll jetzt verhängt worden sein, dass nicht mehr als 27 Tiere im aktuellen Jahr abgeschossen werden dürfen. Schafhalter sind auf Zinne.

Im aktuellen Jagdjahr 2026/2027 sind demnach maximal 27 Wolfsabschüsse gestattet, heißt es vom Vorsitzendem des Fördervereins der deutschen Schafhaltung, Wendelin Schmücker. So stehe es in der neuen Handlungsempfehlung des Ministeriums. Die Zahl schließe allerdings auch Fallwild ein (das gar nicht geschossen wird), also durch Krankheit, Hunger oder Verkehrsunfälle getötete Tiere. 

Abschuss von Wölfen: Schäfer wütend auf Ministerium

Schafhalter macht das wütend. Schäfer Schmücker aus Winsen sagt: „27 Wölfe – und ein Großteil davon liegt bereits auf der Straße. Das ist kein Management, das ist politische Realitätsverweigerung.“ Er betont: „Wir haben in Niedersachsen eine der höchsten Wolfsdichten Europas, aber gleichzeitig eines der schwächsten Instrumente zur Regulierung.“

Schäfer Wendelin Schmücker fordert mehr Wolfsabschüsse. dpa | Michael Matthey
Schäfer Wendelin Schmücker
Schäfer Wendelin Schmücker fordert mehr Wolfsabschüsse.

Laut Förderverein wurden nach Auswertung der Monitoringdaten allein 2025 etwa 25 bis 40 Wölfe in Niedersachsen tot gefunden, davon rund 20 bis 30 im Straßenverkehr. So bleibt bei einem Deckel von 27 Tieren „am Ende praktisch kein Handlungsspielraum mehr“ für Wölfe, die Schafe gerissen haben. Oder wie in Hamburg durch die Stadt oder Dörfer marschieren.

Niedersachsen: 58 Wolfsrudel mit 450 bis 600 Tieren

Insgesamt leben nach Angaben des Vereins in Niedersachsen derzeit rund 58 Wolfsrudel, was einem Gesamtbestand von etwa 450 bis 600 Wölfen entspreche. Bundesweit wurden zuletzt nach Behördenangaben mehr als 1.600 Wölfe gezählt – vor allem im Gebiet von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis nach Sachsen. 

Das Landesjagdgesetz wird in Niedersachsen gerade angepasst, als Orientierungshilfe oder Richtschnur für Jäger und Naturschutzbehörden gibt es ab sofort Handlungsempfehlungen. 

Das könnte Sie auch interessieren: Wolfsexpertin: Gefährlich wird es, wenn der Wolf keinen Ausweg sieht

Eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums sagte, mit dem Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes sei das sogenannte Schnellabschussverfahren möglich, wenn Wölfe den Herdenschutz überwinden. Das heißt laut Ministerium: Die Jagd ist möglich, aber ein Sachverständiger einer Behörde oder des Landes muss zuvor prüfen und grünes Licht geben.

Danach darf auf das Tier sechs Wochen lang geschossen werden, allerdings nur in einem Radius von einem Kilometer um den „Tatort“ herum. Ist der Wolf schlau und hat sich davongemacht, so hat er Glück. Wurde ein Wolf in dem Zeitraum und Radius geschossen, so ist die Maßnahme beendet, weitere Tiere dürfen nicht erlegt werden.

Anfang März hatte der Bundestag zum Schutz von Weidetieren einen erleichterten Abschuss von Wölfen beschlossen. Das Tier wurde ins Jagdrecht aufgenommen, unter anderem können damit sogenannte Problemwölfe einfacher getötet werden – etwa, wenn sie Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. (san mit dpa)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test