Importeur insolvent: Russland-Auto verschwindet aus Deutschland
Die russische Automarke Lada war jahrzehntelang ein Kuriosum auf deutschen Straßen: günstig, rustikal und mit einer kleinen, aber treuen Fangemeinde. Nun endet das Kapitel der Marke in Deutschland: Der letzte Importeur der Marke ist insolvent.
Zusammenfassung:
- Die Lada Automobile GmbH in Deutschland ist insolvent, was das Ende der Marke in Deutschland bedeutet.
- Der Niedergang der Marke begann mit dem Rückzug aus dem europäischen Markt aufgrund von EU-Abgasvorschriften im Jahr 2019.
- Der russische Angriffskrieg und die folgenden Sanktionen führten zu einem endgültigen Einbruch im Import und Vertrieb von Lada-Fahrzeugen in Deutschland.
Über das Vermögen der Lada Automobile GmbH mit Sitz in Buxtehude bei Hamburg hat das Amtsgericht Tostedt am 29. Januar 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Geschäftsbetrieb war bereits zuvor eingestellt worden: Die Standorte in Buxtehude und Neu Wulmstorf wurden laut Verwalter schon im Dezember 2025 geschlossen, wie „t-online“ berichtet. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen noch etwa zehn Mitarbeiter.
Spätestens der russische Angriffskrieg verhagelte das Geschäft
Die MOPO hatte das schwindende Lada-Geschäft bereits früher beobachtet. Im Oktober 2024 besuchten wir den Händler Dieter Traszka in Neu Wulmstorf, den letzten Lada-Spezialisten im Norden. Der damals 79-jährige Unternehmer hatte sich über Jahrzehnte auf die russischen Geländewagen spezialisiert – vor allem auf den Lada Niva, später als Taiga verkauft. Doch neue Fahrzeuge aus Russland kamen kaum noch nach Deutschland. Traszka versuchte zeitweise, die Lücke mit anderen Marken oder Elektroautos aus China zu füllen, hielt aber weiter an seiner Nische fest.

Der Niedergang der Marke begann dabei schon früher. 2019 zog sich Lada wegen verschärfter EU-Abgasvorschriften weitgehend aus dem europäischen Markt zurück. Spätestens nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und den folgenden Sanktionen brachen Import und Vertrieb endgültig ein. Während früher noch über tausend Lada-Neuwagen pro Jahr in Deutschland zugelassen wurden, waren es 2024 nur noch 33 Fahrzeuge.
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Mit der Insolvenz des Importeurs verschwindet damit auch die letzte zentrale Vertriebsstruktur der Marke hierzulande. Russisches Blech auf deutschen Straßen dürfte künftig vor allem eines sein: ein Relikt aus alten Zeiten.
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