Knappe Nahrung, gefrorene Böden: Winterwetter setzt Wildtieren zu
Wenn Wiesen unter einer Schneedecke verschwinden, Seen zufrieren und Nahrung knapp wird, geraten manche Wildtiere in Not. Was Menschen tun können, um die Tiere zu unterstützen.
Das aktuelle Winterwetter mit Eis und Schnee stellt Wildtiere im Norden Deutschlands vor große Herausforderungen. „Gefrorene Böden und tiefliegende Schneedecken erschweren die Nahrungssuche erheblich, weil Pflanzen, Samen und Insekten für Tiere wie Vögel, Eichhörnchen oder Rehe schwerer erreichbar sind“, teilte ein Sprecher der Naturschutzorganisation Nabu in Hannover mit.
Wildtiere im Winter: Eisdecken können zu Verletzungen führen
Demnach müssen viele Tiere derzeit längere Strecken zurücklegen, um Futter zu finden. Auch für das Erhalten der Körpertemperatur brauchen sie bei niedrigen Temperaturen mehr Energie als sonst. „Dies kann zu erhöhter Sterblichkeit führen, besonders bei kleineren Arten“, so der Sprecher.

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Harte Schneedecken oder Eisflächen können auch zu Verletzungen führen, etwa wenn Tiere auf dem harten Boden scharren, um Nahrung zu finden. Auch für Fische verschlechtern sich dem Nabu zufolge die Lebensbedingungen, wenn Gewässer zufrieren. Denn unter Eis und Schnee wird die Photosynthese der Wasserpflanzen reduziert, was zu Sauerstoffmangel im Wasser führen kann.
Wie können Menschen Wildtiere unterstützen?
Wer Tiere bei dem herausfordernden Wetter helfen möchte, kann regelmäßig frisches Wasser bereitstellen. „Gerade bei anhaltendem Frost wird der Zugang zu Trinkwasser zur echten Überlebensfrage“, schrieb der Nabu-Sprecher. Eichhörnchen freuten sich zudem über Nüsse, Vögel über artgerechtes Körnerfutter. Um Wildtiere nicht zusätzlich zu stressen, sollten Spaziergänger auf Waldwanderwegen bleiben und Hunde freiwillig anleinen.
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Zuletzt haben Landkreise bereits sogenannte Notzeiten zur Vermeidung von Futternot bei Wildtieren erlassen, etwa der Landkreis Vorpommern-Greifswald im Nordosten. Demnach sind Jagdberechtigte dazu verpflichtet, „für eine angemessene und artgerechte Wildfütterung zu sorgen“. In einem bestimmten Umkreis von Futterstellen dürfe zudem kein Wild erlegt werden. (dpa/mp)
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