John, George, Ringo – und Paula: Diese Beatles-Störche sind jetzt schon Show-Stars

Falknerin Kimberly Wöhrmann
Falknerin Kimberly Wöhrmann (26) hat die vier Störche seit dem Schlüpfen versorgt und trainiert. Auf diesem Foto sind die Tiere noch ganz jung.

Uhus, Bussarde und sogar einen Weißkopfseeadler präsentiert Falknerin Kimberly Wöhrmann in ihrer Flugschau im Wildpark Schwarze Berge. Doch diese neuen Stars am Flughimmel in Rosengarten-Vahrendorf (Landkreis Harburg) gibt es sonst nirgends: Bühne frei für die Beatles der Lüfte John, George, Ringo und Paula. Wenn die vier beim Landeanflug ihr Fahrwerk ausfahren, gehen im Publikum erst mal alle in Deckung. Und mit der Orientierung klappt es auch noch nicht so gut …

Die großen Füße baumeln hin und her, die Flügel rudern wild, der Kopf nach vorn gerichtet und den Landeplatz fest im Blick. Vier Bruchpiloten nähern sich aus der Luft und die Begeisterung des Publikums der Flugschau im Wildpark ist groß, so tollpatschig wirken die vier Jungstörche noch. „Es wird langsam“, lacht Falknerin Kimberly Wöhrmann (26) und die Besucher ziehen schnell die Köpfe ein und halten ihre Hüte und Caps fest. Denn das Einziehen der langen Storchenbeine klappt noch nicht optimal.

Falknerin Sabrina Zurloh
Falknerin Sabrina Zurloh (30) trainiert morgens die vier Beatles bei der „Generalprobe“ – noch ohne Publikum.

„Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn alle Vier sicher gelandet sind und zu mir laufen“, sagt Storchen-Mama Wöhrmann voller Stolz. Seit zwei Wochen fliegen John, George, Ringo und Paula am Ende der Flugschau (täglich 12 und 15 Uhr) ein oder zwei Runden über das Elbblicktal im Wildpark Schwarze Berge. Kimberly: „Die Jungstörche sind erst elf Wochen alt und müssen noch ihre Muskeln trainieren.“

Manchmal fällt die Orientierung noch schwer

Die Beatles sind Handaufzuchten und seit dem Schlüpfen auf die Falkner geprägt. Ihre Eltern leben auch im Park, aber als die Eier neben dem Nest lagen, wurden sie zur Sicherheit künstlich ausgebrütet. Ihre Flügel sind nicht beschnitten, sie könnten also auch einfach wegfliegen. Aber das tun sie bisher nicht.

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Besucher des Wildparks gehen in Deckung
Achtung, die Beatles kommen! Besucher des Wildparks gehen in Deckung.

Dass die Beatles den Wildpark verlassen, wenn sie ausgewachsen sind, das hält das Falknerteam für unwahrscheinlich. Es könnte aber schon passieren, dass sie sich einem wilden Storch anschließen. „Dann ist das so“, sagt Kimberly Wöhrmann. Aber solange sie sich wohlfühlen und genug Nahrung haben, hätten sie keinen Antrieb, fortzuziehen. Ein gelber Becher voller Würmer leistet dabei von Anfang an große Überzeugung.

Flugschau beendet
Sicher gelandet, Flugschau beendet. Die Beatles sind fast richtige Profis.

Noch sind sie so jung, dass die Orientierung manchmal schwerfällt. „Vor ein paar Tagen ist John von seiner morgendlichen Trainingsrunde nicht zurückgekehrt. Es war recht windig, und er hat locker die 200 Meter geknackt. Dabei ist er wohl abgetrieben“, erzählt die Falknerin. „Bis es dunkel wurde haben wir ihn gesucht“. Am nächsten Morgen dann die große Erleichterung. „Ein wilder Storch hat John zuhause abgesetzt und er ist gleich zu seinen Geschwistern ins Storchenhaus gelaufen.“ (mp)