Eine Drohne und ein Flugzeug. (Symbolbild)

Eine Drohne am Himmel (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Illegale Drohnenflüge: Niedersachsen gegen Abschüsse

Drohnen werden immer mehr zu einer Herausforderung für die Polizei. Niedersachsen setzt auf Kontrolle statt Abschuss – und investiert Millionen in die Abwehr.

Niedersachsen will unerlaubte Drohnenflüge nicht durch Abschüsse stoppen. „Die Polizei ist für die Gefahrenabwehr da und nicht, um neue Gefahren zu erzeugen“, sagte Innenministerin Daniela Behrens. „Deshalb überzeugt mich der Vorschlag eines pauschalen Abschusses von Drohnen nicht.“ Ein Abschuss könne dazu führen, dass Drohnen unkontrolliert abstürzen und Menschen gefährden, so die SPD-Politikerin.

Start-up will Drohnen mit Drohnen stoppen

Stattdessen setzt die Polizei auf ein abgestuftes Vorgehen. Drohnen sollen zunächst erkannt werden. „Dazu könnte in Zukunft auch gehören, dass wir die Kontrolle über sie übernehmen und sicher landen lassen können“, sagte Behrens. Ziel sei es zudem, die Piloten zu ermitteln. „Unser Maßstab ist dabei immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, der Eigensicherung und der Vermeidung von Risiken für Unbeteiligte.“


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Wie eine solche Abwehr in der Praxis aussehen kann, zeigt etwa ein Unternehmen aus Niedersachsen: Das Start-up Argus Interception aus Rotenburg an der Wümme entwickelt Abfangdrohnen, die andere Fluggeräte mit Netzen einfangen und kontrolliert zu Boden bringen. Die Bundespolizei nutzt nach eigenen Angaben die Technik, nach Unternehmensangaben setzt auch die Bundeswehr darauf.

Drohnen nutzt die Polizei Niedersachsen bereits seit längerem, etwa bei der Suche nach Vermissten, Großveranstaltungen oder Versammlungen. „Aktuell geht es jedoch um die Herausforderung, fremde Drohnen zu detektieren, zu verifizieren und abzuwehren“, sagte Behrens. Dafür stellt das Land in diesem Jahr rund 7,3 Millionen Euro bereit. 

Mehr Sichtungen, mehr Zusammenarbeit

Nach Angaben der Ministerin stimmt sich Niedersachsen eng mit anderen Bundesländern und der Bundeswehr ab. Neue Technik soll möglichst kompatibel mit den Systemen anderer Behörden sein, sagte Behrens. Im Flächenland Niedersachsen soll die Technik je nach Gefährdungslage an unterschiedlichen Orten genutzt werden können.

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Die Zahl verdächtiger Drohnensichtungen steigt: Im vergangenen Jahr registrierte das Landeskriminalamt 435 Meldungen über unbekannte Flugobjekte oder auffällige Lichter am Himmel. Im Dezember kam es in Hannover wegen Drohnen sogar zu einem zeitweisen Stillstand des Flugbetriebs. (dpa/mp)

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