Containerschiffe im Wilhelmshavener Hafen
  • Hapag-Lloyd will sich am Wilhelmshavener Hafen beteiligen.
  • Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb | Ingo Wagner

Hapag-Lloyd kauft sich in Hafen ein – Hamburger Senat „nicht überzeugt“

Hapag-Lloyd will jetzt auch in Wilhelmshaven mitmischen. Die Reederei mit Sitz in Hamburg plant, sich auf den Hafen auszuweiten, der von Eurogate aus Bremen geführt wird. Die Stadt Hamburg zeigt sich wenig begeistert, sie hat zusammen mit der Stadt Bremen andere Pläne.  

Die Reederei Hapag-Lloyd steigt beim JadeWeserPort in Wilhelmshaven ein. Das Unternehmen werde sich mit 30 Prozent am Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) und mit 50 Prozent am Rail Terminal Wilhelmshaven (RTW) beteiligen, teilte Hapag-Lloyd am Dienstag in Hamburg mit.  

Hapag-Lloyd will im Wilhelmshavener Hafen mitmachen

Der Terminalbetreiber Eurogate halte weiter die verbleibenden Anteile. Zum Kaufpreis sei Schweigen vereinbart worden. Weil die Genehmigung der Kartellbehörde benötigt werde, werde der Abschluss in einigen Monaten erwartet. 

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Kritik zu den Plänen kam aus dem Hamburger Rathaus. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) twitterte am Montagmorgen: „Mit Blick auf die Auswirkungen für Hamburg sind wir gegenwärtig noch nicht davon überzeugt.“ FDP-Landesvorsitzender Michael Kruse kritisierte hingegen den Senat: „Der Einstieg von Hapag-Lloyd in Wilhelmshaven offenbart den beteiligungspolitischen Blindflug des Hamburger Senats.“ Dass Hapag-Lloyd Fracht aus Hamburg abziehen will zeige, dass weder Hamburgs Unternehmen noch der Senat eine gemeinsame Linie hätten. 


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Erst vergangenen Freitag sprach sich Finanzsenator Andreas Dressel in einem gemeinsamen Statement mit der Stadt Bremen für eine Kooperation der beiden Städte aus. „Daran arbeiten wir“, heißt es dazu in seinem Twitter-Post.  Die beiden Städte planen schon länger eine Zusammenarbeit, um nach der Corona-Pandemie die Häfen im Norden wieder auf Kurs zu bringen. Vor allem die internationale Konkurrenz wie etwa Rotterdam und Antwerpen laufen Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven immer mehr den Rang ab. Die Städte wollen die Gespräche zwischen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sowie der Eurogate GmbH aus Bremen deshalb unterstützen.  

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Hapag-Lloyd plant indes, einen eigenen Weg zu gehen. Der 2012 in Betrieb genommene Wilhelmshavener Containerhafen an der Außenjade hat als Tiefwasserhafen dazu eine gute Perspektive. Von der Auslastung her ist er aber bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD), Aufsichtsrat beim JadeWeserPort, nannte den Einstieg der Hamburger Großreederei eine „gewaltige Chance“. Damit eröffne sich die Perspektive, ab 2023 auf den Weg zu den angepeilten Umschlagsvolumina zu kommen. (mp/dpa/to) 

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