Noch immer ist nicht klar, wo hochradioaktiver Atommüll gelagert werden soll. (Symbolbild)

Noch immer ist nicht klar, wo hochradioaktiver Atommüll gelagert werden soll. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Caro | Bastian

Endlager für Atommüll: Niedersachsen bleibt wohl möglicher Standort

Wo soll der hochradioaktive Abfall aus mehr als 60 Jahren Atomkraft hin? Die Suche nach einem Endlager geht weiter – und Niedersachsen bleibt nach Einschätzung des Landesbergbauamtes ein möglicher Standort. Entscheidend werden die nächsten Jahre.

„Nach den bisherigen Erkenntnissen kann man davon ausgehen, dass bei den Standortregionen, die 2027 von der Bundesgesellschaft für Endlagerung verkündet werden, Niedersachsen dabei sein wird“, sagte der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Carsten Mühlenmeier, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. 

Letzter Atomreaktor 2023 abgeschaltet

Mit Blick auf die geologischen Verhältnisse hält Mühlenmeier Niedersachsen durchaus für geeignet. „Wir haben Salz und Ton in einer Mächtigkeit, die schon relativ gut ist“, sagte der Landesamtspräsident der HAZ. Diese Realität sei in weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht ganz angekommen, so Mühlenmeier. Er betonte aber auch, dass die Betrachtung zahlreicher Flächen bislang nicht abgeschlossen sei. 

Deutschland hat seine letzten Atomreaktoren zwar im April 2023 abgeschaltet. Ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist, muss noch gefunden werden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine grenzt die infrage kommende Fläche immer weiter ein und sah im November noch 25 Prozent des Landes im Rennen. 

Atommüll: Bis 2050 soll Entscheidung fallen

Mitte kommenden Jahres will sie einen weiteren Zwischenstand präsentieren, Ende 2027 Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Diesen Vorschlag prüft dann das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), das Wissenschaft und Öffentlichkeit beteiligt. 

Das könnte Sie auch interessieren: Erneuerbare statt Atommüll: Dieser Plan soll Gorleben retten

Die Entscheidung über die infrage kommenden Regionen trifft schließlich der Bundestag. Als Zieldatum für die Entscheidung über ein Endlager ist derzeit 2050 angepeilt. „Es ist schon wichtig, dass alle Bundesländer sich darauf verständigen, dass wir die Verantwortung dafür haben, unseren Atommüll auch selbst zu entsorgen und nicht zu verkaufen“, sagte Mühlenmeier. (dpa/mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test