Nach viel Hin und Her will die Stadt die berühmte Villa in Kühlungsborn kaufen.

Nach viel Hin und Her will die Stadt die berühmte Villa in Kühlungsborn kaufen. Foto: Florian Quandt

Jahrelanges Tauziehen: Stadt will diese berühmte Villa kaufen – und hat große Pläne

Über die Zukunft der Kühlungsborner Villa Baltic wurde viel gesprochen, verhandelt und geschrieben. Jetzt will die Stadt die historische Villa selbst sanieren. Dazu muss sie die Immobilie kaufen.

Die Stadt Kühlungsborn will nach jahrelangem Tauziehen die Villa Baltic in Eigenregie sanieren und dazu die Immobilie von einem privaten Eigentümer erwerben. Die Stadtvertretung beauftragte Bürgermeisterin Olivia Arndt (Kühlungsborner Liste) mit 17 zu 1 Stimmen, unverzüglich Kaufverhandlungen aufzunehmen.

„Das ist das erhoffte klare Votum der Politik, mit einer „Kühlungsborner Lösung“ zur Rettung der Villa Baltic nach langem Stillstand endlich ins Machen zu kommen“, kommentierte Arndt die am Dienstagabend getroffene Entscheidung. Sie habe den Eigentümer bereits zu einem sondierenden Gespräch eingeladen.

Historische Villa: Besitzer wollen sich nächste Woche äußern

Eigentümer sind die Oldenburger Projektentwickler und Brüder Jan und Berend Aschenbeck, die die historische Villa im Frühsommer 2019 kauften und insgesamt zwei Millionen Euro zahlten. Sie wollten die Sanierung des seit über 30 Jahren leer stehenden denkmalgeschützten Gebäudes durch den Betrieb eines Hotels finanzieren, das auf einem Nachbargrundstück entstehen sollte.



Die Planung war fortgeschritten, das Konzept scheiterte aber letztlich nach Jahren an gegensätzlichen Auffassungen. Am Dienstagabend hob die Stadtvertretung den Beschluss aus 2021 auf, das städtisches Grundstück westlich der Villa für den Hotelneubau zu veräußern. „Zum anderen wurde konsequenterweise entschieden, die ins Stocken geratenen Vertragsverhandlungen mit dem Investor zu beenden. Beide Beschlüsse fasste das Gremium mit deutlicher Zweidrittel-Mehrheit“, teilte die Stadt mit.

Die Eigentümer äußerten sich bislang nicht zu dem Kühlungsborner Kurswechsel, wollen das aber in der nächsten Woche tun. Die Verhandlungen über den Kaufpreis dürften spannend werden.

Quartier samt neuem Rathaus geplant

Nach den Plänen der Stadt soll es statt des Hotelprojektes eine bürgernahe „Kühlungsborner Lösung“ mit Quartiervariante geben. In Nachbarschaft zur Villa soll ein Kurhaus mit Veranstaltungshalle, Bühne und rund 300 Plätzen, ein neues Rathaus zur Bündelung aller Bereiche der Stadtverwaltung und ein Parkdeck mit Flächen für Arztpraxen und Einzelhandel entstehen.

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Die Gesamtkosten gibt die Verwaltung mit gut 32 Millionen Euro an. Davon könnte die Stadt nach eigenen Angaben zwei Drittel über Förderprogramme des Bundes und des Landes abdecken. (dpa)

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