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Nach angeblicher Dicken-Diskriminierung: Hotelbesitzer werden „massiv“ bedroht

Cuxhaven –

Die Wellen schlugen hoch: Ein Cuxhavener Hotel weist auf seiner Homepage darauf hin, dass die Einrichtung für Menschen über 130 Kilo nicht geeignet ist. Das hat Konsequenzen: Die Betreiber werden nun massiv bedroht.

Nach der Berichterstattung über angebliche Diskriminierung von Dicken werden die Betreiber eines Cuxhavener Hotels bedroht. Die Direktorin erhalte gegen sich und ihre Familie gerichtete „massive Bedrohungen“, teilte das Hotel am Mittwoch mit. Die Cuxhavener Polizei prüft nach eigenen Angaben ein anonymes Schreiben auf strafrechtliche Relevanz. Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung fordert unterdessen die Aufnahme eines Diskriminierungstatbestands „Gewicht“ ins Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

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„Wir wollten niemanden diskriminieren, ausgrenzen oder abweisen“, heißt es in einer Stellungnahme des Hotels. Bis heute sei kein Gast wegen seines Körpergewichts abgewiesen worden und werde dies auch künftig nicht. Gleichwohl sieht sich die Inhaberfamilie einer „Welle der Empörung“ ausgesetzt.

Gewichts-Warnung aus Haftungsgründen – nicht wegen Diskriminierung

Das Hotel schreibt auf seiner Internetseite: „Aus Haftungsgründen weisen wir darauf hin, dass das Interieur für Menschen mit einem Körpergewicht von mehr als 130 kg nicht geeignet ist.“ Grund für den Hinweis sei die Klage eines Gastes gewesen. Zum Schutz vor weiteren Klagen „fühlten wir uns gezwungen, auf die Gegebenheiten in unseren Zimmern und sonstigen Räumlichkeiten hinzuweisen“, erklärte das Hotel.

Diskriminierungs-Expertin: „So wird Urlaub für Dicke zum Spießrutenlauf“

Natalie Rosenke von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung bewertet den Hinweis allerdings als problematisch. „Bisher entscheiden dicke Menschen selbst, welche Hotels sie als geeignet betrachten. Wenn sich ein solcher Haftungshinweis irgendwann in den AGBs fast aller Hotels findet, dann wird Urlaub für dicke Menschen zum Spießrutenlauf.“

Die Benachteiligungen von dicken Menschen in Deutschland seien strukturell, nicht nur im touristischen Sektor, sondern auch „auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen“. Daher habe die Gesellschaft eine Petition beim Petitionsausschuss des Bundesstages eingereicht. Darin werde ein gesetzlich verankerter Schutz vor Gewichtsdiskriminierung verlangt. (dpa/se)

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