Mitten im Moor: Eine der schönsten deutschen Wanderstrecken liegt im Norden
Auch im Flachland lässt es sich gut wandern. Besonders gut auf den Nordpfaden im Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Hamburg und Bremen. Ein weißer S-förmiger Bogen auf orangefarbenem Grund weist den Weg: 24 gut ausgeschilderte Wege führen durch Moor und Heide, vorbei an alten Mühlen, durch idyllische Dörfer, an Flüssen und Badeseen entlang. Mit Längen zwischen fünf und 32 Kilometern sind die Pfade für Familien genauso geeignet wie für Wanderprofis. Hier eine Auswahl.

Wasser und Moor am Nordpfad „Dör’t Moor“
Knapp eine Stunde dauert die Fahrt mit dem Metronom vom Hamburger Hauptbahnhof bis Rotenburg (Wümme). Vom Startpunkt am Rathaus führt der 21 Kilometer lange Wasserreich-Weg durch die Altstadt, dann zur Wümme-Niederung und weiter zum 400 Jahre alten Bauernhof Grafel. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Strand am Großen Bullensee. Im Sommer bedeutet das: Badesachen auspacken und ab ins Wasser!

Vom Bullensee kann man weiter auf dem Wasserreich-Weg wandern oder den landschaftlich abwechslungsreichen Moorweg „Dör’t Moor“ nehmen, der vom Deutschen Wanderverband in der Publikumswahl schon zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ in der Rubrik Tagestouren gewählt wurde. Wenn von April bis Ende Mai das Wollgras blüht, sind beide Wege um eine Attraktion reicher.
Dünen und Wald: Nordpfad durch die Wümme-Niederung
Dieser 32 Kilometer lange Nordpfad startet am Spielplatz „In der Ahe“, 1,6 Kilometer vom Bahnhof Rotenburg entfernt. Durch den Stadtwald geht es zur Wümme-Niederung, vorbei an einigen Kunstwerken und dem Rastplatz „Waldklassenzimmer“ mit Holzhütte und Schaukel. Weitere Höhepunkte sind das Naturschutzgebiet Voßberge mit Wanderdünen, die Trienenwiese mit dem Nordpfade-Sofa und einer Holzskulpturengruppe. Abkürzungen sind an mehreren Stellen möglich.
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Stege und Bäche durchs Große Lohmoor bei Scheeßel
Nach 50 Minuten Zugfahrt startet der 21 Kilometer lange Wanderweg Kirchsteg-Moore-Bäche am Scheeßeler Bahnhof. Nur während des „Hurricane“-Festivals (19.-21.6.2026) ist hier viel Betrieb. Am Fluss Veerse gehen Wanderer auf weichem Boden durch das Gewässerbiotop Großes Lohmoor, vorbei an Birken und Kiefern. Im Biotop Wensebrock surren die Libellen. Hinter Bartelsdorf führt ein Eichenbohlensteg über das Überschwemmungsgebiet der Veerse. Und dann ist es nicht mehr weit zum Bahnhof.

Wiesen und Heide am Osterberg bei Fintel
Acht Kilometer lang ist der Rundweg, der am Osterberg bei Fintel startet. 58 Meter hoch ist diese Erhebung im flachen Umland. Die Route führt durch Wald, Wiesen, Felder, vorbei an einem alten Schafstall und durch die Osterheide.
Ein Abstecher nach Eggersmühlen mit Teich und Wassermühle lohnt sich genauso wie der Besuch des Heimathauses und seiner historischen Nebengebäude im nahen Fintel. Von hier startet auch der zweite Finteler Rundweg „Haxloher Erde“.

Mühle und Jagdschloss am Lauf der Oste
An der Wassermühle in Sittensen am idyllischen Mühlenteich, der von der Oste gespeist wird, beginnt ein abwechslungsreicher, 17 Kilometer langer Nordpfad, der dem Lauf der Oste folgt. Zu den Höhepunkten des Rundwegs gehört Burgsittensen mit dem Klostergut und Jagdschloss und das Vogelschutzgebiet „Tister Bauernmoor“.

Vom 6,5 Meter hohen Beobachtungsturm haben Wanderer einen weiten Blick über das Moor und die Vogelschwärme, die sich hier im Frühjahr und Herbst niederlassen, bevor es wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Sittensen geht.
Kloster und Kunstwerke in der Zevener Geest
Für den Nordpfad „Zevener Geest“ brauchen Wanderer viel Zeit (rund acht Stunden) und gute Kondition, denn die Tour ist knapp 25 Kilometer lang. Los geht es am Parkplatz Busbahnhof Zeven. Erstes Ziel ist das Museum „Kloster Zeven“ aus dem 12. Jahrhundert.
Entlang der Mehde führt der Weg bis zum schön gestalteten Naturbad Zeven, das im Sommer bei gutem Wetter zu einer Badepause einlädt. Nächste Anlaufpunkte sind die kleine Ortschaft Brauel – hier gibt es auch eine Einkehrmöglichkeit – und das Nullmoor zum Badetal. Die Wassermühle Bademühlen liegt idyllisch an einem Mühlenteich – ein perfekter Fotospot.
Später warten noch ein Waldlehrpfad mit verschiedenen Mitmachstationen und ein großer Abenteuerspielplatz auf die Wanderer, bevor der Weg wieder in Zeven endet. Hier lohnt sich ein Bummel über die kleine Fußgängerzone mit zahlreichen Kunstwerken und dem Königin-Christinen-Haus mit Skulpturengarten und Galerie. Die schwedische Königin, damalige Landesherrin der Region, soll im 17. Jahrhundert auf einer ihrer Reisen in Zeven Station gemacht haben. Und nicht vergessen: Nach der anstrengenden Wanderung zur Belohnung unbedingt ein Stück der berühmten „Zevener Himmelstorte“ probieren!
Weitere Details zu den Wanderwegen finden Sie auf der Webseite des Touristikverbandes Landkreis Rotenburg (Wümme). Hier gibt es auch Angebote zu Übernachtungsmöglichkeiten.
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