Ein Weihnachtsbaum in einem Gefängnis (Symbolbild).

Ein Weihnachtsbaum in einem Gefängnis (Symbolbild). Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst

Mit Entenkeule zur Resozialisierung: So besinnlich wird’s im Knast

Plätzchenbacken, Chorsingen, Kickerturnier – in der Vorweihnachtszeit und an den Feiertagen geht es laut Justizministerium auch in den Gefängnissen in Mecklenburg-Vorpommern festlich zu. „Das Fest gehört zur Resozialisierungsarbeit”, ist Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) überzeugt.

„Normalität ist eine wichtige Voraussetzung für den Weg in ein Leben ohne neue Straftaten nach der Haftentlassung”, so Bernhardt. Die vier Justizvollzugsanstalten in Bützow, Stralsund, Waldeck und Neustrelitz sind nach ihren Worten mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Vor der JVA Stralsund leuchtet ein hölzerner Schwibbogen, der in der Gefangenenwerkstatt hergestellt wurde. Die JVA Waldeck habe wieder ihren großen, ebenfalls selbstgebauten Adventskalender aufgestellt.

Knast im Norden: Gefangene singen im Chor

Musik und auch gemeinsames Musizieren steht in diesen Tagen auf dem Anstaltsplan, wie es weiter hieß. In der JVA Waldeck etwa gebe es ein Gefangenen-Chor-Projekt, das ein Konzert für Angehörige vorbereite. Blasmusikkapellen treten auf, und in der JVA Neustrelitz mit ihren vielen jungen Inhaftierten kommt zur Weihnachtsfeier die lokale Band „Jill Tonic”.

Jacqueline Bernhardt (Die Linke), die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern. picture alliance / dpa/Jens Büttner
Jacqueline Bernhardt (Die Linke), die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern.
Jacqueline Bernhardt (Die Linke), die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern.

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Geschenke sind zu Weihnachten unerlässlich – auch für Gefangene, wie Ministerin Bernhardt betont. Vereine sammelten dafür. „Weihnachten ist ein Teil des Lebens. Und Menschen hinter Gittern dürfen in dieser Zeit nicht vergessen werden”, sagt die Politikerin und studierte Juristin. 

Ministerin: „Fest gehört zur Resozialisierungsarbeit”

In der JVA Waldeck will die Ministerin persönlich an Heiligabend die Geschenke verteilen, die Seelsorge und Anstaltsbeirat vorher sammeln. Mahnende Worten gibt es vermutlich gratis dazu. „Das Fest gehört zur Resozialisierungsarbeit”, sagt Bernhardt.

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Der Resozialisierung sollen auch vielfältige Aktivitäten rund um die Feiertage dienen. Dazu gehören laut Ministerium Skat-, Tischtennis-, Kicker- oder Darts-Turniere. Aber auch Gottesdienste und gemeinsames Plätzchenbacken werden angeboten. In Bützow und Neustrelitz werden der Ministerin zufolge kleine Familien-Events mit Kindern der Inhaftierten organisiert.

Feiertagsessen: Entenkeule mit Rotkohl

Gegessen wird in den Haftanstalten an den Feiertagen traditionell. Kartoffelsalat mit Würstchen stehen am Heiligabend auf dem Plan, so Bernhardt. Am ersten Weihnachtstag gibt es den Angaben zufolge in Waldeck und Neustrelitz Entenkeule mit Rotkohl, in der JVA Bützow Kaninchenkeule mit Rotkohl und Klößen. Die JVA Stralsund plant Braten mit Gemüse – Entenkeule gibt es dort am zweiten Weihnachtstag. (dpa/nf)

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