Im Norden

Milliarden versenkt: Aus für wichtigstes Kriegsschiff-Projekt - so geht's jetzt weiter

Roland Briene (Damen Naval, v.l.), Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Siemtje Möller (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung, und Friedrich Lürßen (Unternehmensgruppe Lürssen) beim Baubeginn der F126-Fregatte 2023 in Wolgast.
Roland Briene (Damen Naval, v.l.), Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Siemtje Möller (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung, und Friedrich Lürßen (Unternehmensgruppe Lürssen) beim Baubeginn der F126-Fregatte 2023 in Wolgast.

Das milliardenschwere Projekt zur Beschaffung der neuen Fregatte F126 steckte lange fest. Nun folgt das Aus. Für die Marine gibt es eine Alternative.

Das Verteidigungsministerium beendet das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126. Damit werde auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und Risiken reagiert, gab das Ministerium in Berlin bekannt. Zuerst hatte der Spiegel“ berichtet.

Das zunächst als Generalunternehmer beauftragte niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) habe zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen nicht einhalten können, so das Ministerium. Die erste Fregatte mit einer sogenannten Anfangsbefähigung hätte Mitte 2028 geliefert werden sollen. Die folgenden Schiffe bis 2033. Das Ministerium hatte einen Generalunternehmerwechsel geprüft, sich nun aber dagegen entschieden.

Das Fregattenprojekt war spätestens im vergangenen Jahr schwer ins Stocken geraten. Zunächst hatten sich die Kosten des im Jahr 2020 gestarteten Projektes für sechs F126-Fregatten auf insgesamt rund zehn Milliarden Euro belaufen sollen. Inzwischen sind Kosten von rund 2,3 Milliarden Euro entstanden.

Projekt F126: Gesamtfinanzbedarf steigt auf 18 Milliarden Euro

Nun wurde laut Ministerium für den Fall einer Fortführung des Projektes unter einem anderen Dach festgestellt, dass der Gesamtfinanzbedarf dann auf mehr als 18 Milliarden Euro ansteigen würde.

Das Ministerium verwies zudem auf die bereits im März getroffene Entscheidung, nun acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU – primär für die seegestützte U-Boot-Jagd bestimmt – zu beschaffen. Dies sei innerhalb der Nato von höchster Relevanz und nationaler Schwerpunkt Deutschlands. (dpa/mp)

Kommentare öffnen