Waschbären-Plage im Norden bedroht andere Arten: Jäger schießen Tausende Tiere
Immer mehr Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern: Die invasiven Tiere sind inzwischen fast überall im Land zu finden. Jetzt greifen Jäger verstärkt ein – mit spürbaren Folgen.
Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Raubtierart hat sich nach Angaben des Umweltministeriums nahezu flächendeckend ausgebreitet. Einst wurden Waschbären auch zur Pelzgewinnung auf Farmen gezüchtet. Von dort verbreiteten sie sich in ganz Deutschland.
Waschbären Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Tiere erlegt
Waschbären dürfen in MV gejagt werden. Die Streckenlisten steigen deutlich: Im Jagdjahr 2022/23 wurden 18.287 Tiere erlegt, 2023/24 waren es bereits 21.939.
Auch im aktuellen Jagdjahr rechnet das Ministerium mit einem weiteren Anstieg. Grund ist unter anderem, dass Nachtsichttechnik bei der Bejagung inzwischen erlaubt ist.
Jägerinnen und Jäger beantragen zudem mehr Mittel für Fallen und Fallenmelder. 2023 waren es 6650 Euro, 2024 bereits 10.700 Euro. Das Land unterstützt die Anschaffung.
Invasive Raubtierart Gefahr für Sumpfschildkröten
Die Ausbreitung belastet laut Ministerium die heimische Artenvielfalt. Besonders Sumpfschildkröten geraten unter Druck. Sie kommen nur noch in wenigen Schutzgebieten vor und müssen aufwendig geschützt werden.
Ähnliches gilt für andere Amphibien und einige Vogelarten. Belege dafür, dass Waschbären bereits Arten ausgerottet haben, gibt es nicht. „In der Regel ist der Mensch das größte Problem“, teilte die Sprecherin mit.
Waschbären breiten sich im Norden aus
Der Waschbär gilt in MV als „invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung“. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebt er auch in Deutschland.
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Die Tiere bevorzugen gewässerreiche Mischwälder, besiedeln aber auch Agrarlandschaften und Städte. Laut Deutschem Jagdverband breitet sich der Waschbär vor allem im Nordosten und in der Mitte Deutschlands aus.
In einigen Bundesländern gibt es bereits mehr Waschbären als Rotfüchse. Die Tiere fressen Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche. Weltweit bedrohen invasive Arten die biologische Vielfalt. (dpa/mp)
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