Robert Marc Lehmann

Wal-Experte und Influencer Robert Marc Lehmann hatte sich von Anfang an bei der Rettung des Buckelwals beteiligt. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Wal-Experte schimpft über Fehler – und darf nicht mehr mitmachen

Der Buckelwal steckt schon wieder fest, diesmal in der Wismarer Bucht vor der mecklenburgischen Küste. Der Zustand des Tieres verschlechtert sich zusehends, seine Haut löst sich ab. Umweltschützer von Greenpeace, die Wasserschutzpolizei und Experten des Meeresmuseums Stralsund beraten über die beste Hilfe-Strategie. Der bekannte Wal-Experte und Influencer Robert Marc Lehmann ist nicht mehr dabei – und übt scharfe Kritik.

Als der Buckelwal das erste Mal vor Timmendorfer Strand feststeckte, war Lehmann bereits dabei. Im Neoprenanzug tauchte er zu dem Koloss und versuchte, die Baggerfahrer beim Graben einer Rinne zu unterstützen. Doch die eigentliche Rettung fange erst an, wenn der Wal sich freigeschwommen habe, schildert Lehmann jetzt in seiner Instagram-Story. Er habe bereits einen detaillierten Plan ausgearbeitet, um den Wal in Richtung Nordsee zu leiten, ohne ihn zu stressen.

Gestrandeter Buckelwal: Experte erhebt Vorwürfe

„Ich wurde noch nicht einmal eingeladen, diesen Plan, den ich gemacht habe, überhaupt umzusetzen“, sagt Lehmann in dem Video. Daher sei er selbst auf ein Boot gestiegen. In einer improvisierten Aktion habe er es mit seinem Team geschafft, eine erneute Strandung des Wals in der Anfangsphase nach der Aktion am Timmendorfer Strand zu verhindern.

Biologe Robert Marc Lehmann hatte sich dem Wal bereits bei seiner ersten Strandung in Timmendorfer Strand genähert. picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt
Robert Marc Lehmann
Biologe Robert Marc Lehmann hatte sich dem Wal bereits bei seiner ersten Strandung am Timmendorfer Strand genähert.

Inzwischen steckt der Wal in der Wismarer Bucht fest. Dass das passieren würde, habe Lehmann von Anfang an gesagt: „Ich hasse es, wenn ich recht habe“, so Lehmann. Man müsse den Wal „extrem gut lesen können“. Dann der Schock: „Nach dieser Aktion wurde ich aktiv ausgeschlossen von der Rettungsmission, und zwar von den Verantwortlichen vor Ort, vom ITAW (Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Anm. d. Red.). Ich bin nicht freiwillig wieder zu Hause“, sagt Lehmann. Dabei sei er auf eine wochenlange Mission vorbereitet gewesen und hätte den Wal auch bis in den Atlantik begleitet.

Umweltminister weist Vorwürfe zurück

Jetzt erhebt er schwere Vorwürfe: Der Wal sei nicht sachgemäß begleitet worden, habe zu viel Druck und Stress gehabt. „Wenn ihr das so weitermacht, dann viel Spaß mit der nächsten Strandung. Das kotzt mich mega an“, so Lehmann. Für den Buckelwal gebe es jetzt nur noch drei Optionen, die alle düster aussehen: eine erneute Rettungsmission, den Wal sich selbst überlassen oder eine Euthanasie des Tieres. „Das ist eine Riesenkatastrophe“, sagt Lehmann.

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Kurz darauf reagierte Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz auf den Beitrag. „Wir haben niemanden ausgeschlossen, und nachdem, was ich höre und im Netz gesehen habe, habe ich mich entschlossen, ein persönliches Gespräch mit ihm zu führen. Wir suchen die Kooperation“, so Backhaus laut „NDR“. Trotzdem wolle er unterstreichen, dass für Mecklenburg-Vorpommern die vertragliche Kooperation mit dem Meereskundemuseum in Stralsund bestehe. (abu)

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