Wahnsinn vor Poel: Frau springt ins kalte Wasser und schwimmt zum Wal
Seit fast zwei Wochen liegt der gestrandete Buckelwal nun vor der Insel Poel. Inzwischen atmet das Tier nur noch schwach. Am Sonntagabend sorgte eine Frau dann für zusätzliche Aufregung, als sie offenbar von einer Fähre ins kalte Wasser sprang – und es nah an den Buckelwal schaffte.
In der Nähe des gestrandeten Wals hat die Polizei am Abend eine Schwimmerin aus dem Wasser geholt. Sie sei nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor von einer Fähre in die Ostsee gesprungen, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Bild“ hatte zunächst davon berichtet. Die Frau habe einen Neoprenanzug getragen. Es werde aber dennoch überprüft, ob sie eine Unterkühlung hat, sagte die Sprecherin. „Es ist kalt im Wasser – auch mit Neopren.“ Rechtliche Konsequenzen würden geprüft.
Erneuter Versuch zur Rettung des Wals gescheitert
Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer. Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung.
Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert. Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden.

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Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte. Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden.
Demonstranten platzten in Mobilisierungsversuch
Am Samstagmittag bildeten etwa 150 Menschen im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Stunden später versammelten sich laut Polizei am Kirchdorfer Hafen auf der Insel Poel ebenfalls etwa 170 Menschen, um für die Rettung des Wals einzutreten. Dort sei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Teilnehmerinnen gekommen, woraufhin die Polizei zwei Strafanzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung aufgenommen habe.
Zudem habe es auf der Insel am Samstag weitere spontane Versammlungen mit gleicher Intention gegeben – eine führte bis an den Sperrbereich. Mehrere Menschen betraten laut Polizei die gesperrte Zone, teils liefen sie dort bis zum Ufer. Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte.
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Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden. Auch am Sonntagnachmittag fand wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf auf der Insel Poel statt, wie die Polizei berichtete. Im Verlauf seien 50 bis 80 Menschen vor Ort gewesen. Die Veranstaltung sei bislang friedlich verlaufen, teilte die Polizei am Nachmittag mit. (dpa/mp)
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