Vetternwirtschaft? AfD-Fraktion zerlegt sich – ein Drittel der Abgeordneten tritt aus
In der AfD-Fraktion in Rostock rumorte es schon länger mehr oder weniger offen. Nun ziehen einige Mitglieder personelle Konsequenzen.
Die Rostocker AfD-Bürgerschaftsfraktion hat ein Drittel ihrer Mitglieder verloren. Der bisherige Fraktionschef Tilmann Lamberg sowie die Abgeordneten Nils-Ole Rosengart und Sven Sydow erklärten ihren Austritt aus der Fraktion sowie der Partei. „Die Austrittserklärungen sind bei uns angekommen. Ich nehme das zur Kenntnis“, bestätigte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Meister vor Beginn einer regulären Bürgerschaftssitzung am Mittwochnachmittag.
Zuvor hatten mehrere Medien über die Austritte berichtet. Ihre Mandate wollen Lamberg, Sydow und Rosengart in der Bürgerschaft weiterhin ausüben. Die Zahl der AfD-Fraktionsmitglieder schrumpft damit von neun auf sechs. Der Fraktionsstatus, für den mindestens vier Abgeordnete notwendig sind, ist nicht gefährdet.
AfD Rostock: Vorwurf der Vetternwirtschaft
Hintergrund sind seit Monaten andauernde Querelen in der Fraktion in Rostock. So hatte sich in diesem Monat der AfD-Abgeordnete Toni Marten mit einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) gewandt. Darin hatte er mit Blick auf Arbeitsverhältnisse innerhalb der Fraktion sowie deren Einstufung Vorwürfe gegen Lamberg erhoben.
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Unter anderem geht es dabei um den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Marten hatte deshalb eine unverzügliche haushaltsrechtliche und rechtliche Prüfung der Mittelverwendung in der Rostocker AfD-Bürgerschaftsfraktion gefordert. (dpa/mp)
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