Feuer, Rauchwolken, Großeinsatz: So geht es mit „Annika“ jetzt weiter
Feuer, Rauchwolken, Großeinsatz: Nach der aufsehenerregenden Havarie und anschließenden Reparaturen soll das Tankschiff „Annika“ in Kürze wieder auf Fahrt gehen. Die notwendigen Arbeiten waren umfangreich.
Nach dem aufsehenerregenden Brand im Herbst 2024 auf der Ostsee vor Heiligendamm soll der Öl- und Chemikalientanker „Annika“ in Kürze wieder auf Fahrt gehen. Geplant sei, dass das Schiff in der zweiten Kalenderwoche des kommenden Jahres in Stralsund für Tests ablegt, sagte Jan Tebbe-Simmendinger von Strela Shiprepair. Das Unternehmen hat sich auf der dortigen Werft um die Reparatur gekümmert. Ab der zweiten Januarhälfte konnte die „Annika“ dann wieder ab Rostock als Tankschiff im Einsatz sein. „Wenn die Probefahrten so weit ganz gut verlaufen.“
Tankschiff „Annika“: Kurz nach dem Auslaufen brach Feuer aus
Das Schiff hatte am frühen Morgen des 11. Oktober 2024 mit 790 Tonnen Schweröl an Bord den Ölhafen in Rostock verlassen. Ziel war Travemünde, wo eine Ostsee-Fähre mit dem Treibstoff betankt werden sollte. Schon kurz nach dem Auslaufen brach vor Heiligendamm an Bord der „Annika“ Feuer aus, das rasch auf die Aufbauten und das gesamte Achterdeck übergriff. Nach einem Notstopp habe die Mannschaft versucht, mit Bordmitteln den Brand zu löschen, was aber nicht gelungen sei, heißt es in einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU).

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Der Brand hatte überregional für Schlagzeilen gesorgt. Die Rauchwolken waren vom Strand aus zu sehen. Mehrere Löschschiffe und auch Hubschrauber waren Teil des folgenden Großeinsatzes. Die gesamte Besatzung konnte laut BSU unverletzt vom Schiff geholt werden. Der 73 Meter lange Havarist wurde von zwei Schleppern in den Rostocker Überseehafen gebracht, wo das Feuer schließlich gelöscht wurde. Später kam das Schiff zur Reparatur auf die Werft nach Stralsund.
Reparatur an Tankschiff „Annika“ war sehr „arbeitsintensiv“
„Jetzt sind wir in den letzten Zügen“, sagte Tebbe-Simmendinger. „Die Hauptarbeiten sind durch.“ Aktuell finde die Inbetriebnahme statt. Systeme würden getestet, auch Alarme erprobt. Auch die Klassifikationsgesellschaft DNV – eine Art Schiffs-Tüv – sei schon dabei, Systeme abzunehmen.
„Die Elektrik im Achterbereich wurde komplett neu gemacht“, sagte Tebbe-Simmendinger. „Die Innenausbauten sind komplett neu gekommen. Stahl, der sich verzogen hatte durch die Hitze, ist auch getauscht worden.“ Der Schornstein sei erneuert worden und das Schiff habe ein neues Rettungsboot erhalten. Das vorherige Kunststoffboot hätte ebenfalls Feuer gefangen und sei damit auch zur Hitzequelle geworden.
Selbst die Motoren seien zerlegt worden. Daher werde das Schiff bei der bevorstehenden Probefahrt langsam wieder eingefahren – wahrscheinlich vor Rügen. Danach kehrt die „Annika“ zunächst voraussichtlich für etwaige Restarbeiten nach Stralsund zurück. „Es war sehr arbeitsintensiv. Hat sich aber gelohnt.“ Bezahlt wurden die Arbeiten laut Tebbe-Simmendinger durch die Versicherung und teils durch den Eigner. Dem Vernehmen nach geht es um mehrere Millionen Euro.
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Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff wurde 2012 gebaut. Es dient unter anderem dazu, größere Schiffe mit Treibstoff zu versorgen. (dpa/mp)
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