126.500 Euro: Luxus-Landrat hat auch ein dickes Dienstwagen-Problem
Der Skandal um teure Hotelübernachtungen in Hamburg beschäftigt den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Wie sich herausstellte, hat Landrat Stefan Sternberg (SPD) nicht „nur“ etwa 2700 Euro, sondern 4200 Euro für drei Übernachtungen im Hamburger Luxushotel „Tortue“ bezahlt – auf Steuerzahlerkosten. Es ist nicht das erste Mal, dass Sternbergs „exquisiter Geschmack“ auffällt: Er stand bereits wegen seines astronomisch teuren Dienstwagens in der Kritik.
126.500 Euro kostet Sternbergs BMW 750e xDrive. Alle anderen Landräte von Mecklenburg-Vorpommern nutzen laut Informationen des „Nordkurier“ Audi-A8-Hybride.
Teurer Wagen und Dienstreisen: Skandal um Landrat
Ganze 489 PS hat die Kutsche, mit der Stefan Sternberg sich von seinem persönlichen Fahrer durch den Landkreis (oder nach Hamburg) fahren lässt. Kritik gab es in der Vergangenheit unter anderem von der Grünen Kreistagsfraktion, da Sternberg sich nicht für ein rein elektrisches Modell entschieden hat, wie der NDR im Dezember 2025 berichtete.
Eine entsprechende Anfrage der Abgeordneten beantwortete der Landrat auf drei Seiten dem Bericht zufolge unter anderem damit, dass „der Spannungs- oder Verteidigungsfall für Deutschland“ aktuell „das größte Krisenszenario“ sei, und „mit lang anhaltenden und flächendeckenden Stromausfällen zu rechnen“ sei. Bei der Größe des Landkreises sei Mobilität des Landrates sicherzustellen. Lange Ladezeiten seien dann „unzweckmäßig“.
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Die Diskussion um die teuren Hotelübernachtungen des Landrates im September 2023 führen nun zu erneuten Beschwerden über dessen Finanzentscheidungen. In einer Pressemitteilung kritisierte der Hamburger Bund der Steuerzahler unter anderem, dass in MV rund ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger als 2700 Euro brutto im Monat verdient. Dass ihr sozialdemokratischer Landrat mit mehreren Mitarbeitern für insgesamt 4200 Euro in Hamburg genächtigt hat, dürfte für die Bewohner des Landkreises ein Schlag ins Gesicht sein.
Der Bund der Steuerzahler fordert Sternberg auf, offenzulegen, ob es nach 2023 weitere solcher teuren Hotelaufenthalte gegeben hat. Im März soll sich Sternberg im Kreisausschuss zu seiner Dienstreise erklären.
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