Einsatzkräfte des THW in Schutzanzügen arbeiten mit Ölschlengeln an einem Steg.

Einsatzkräfte des THW in Schutzanzügen arbeiten mit Ölschlengeln an einem Steg. (Archivbild 2022) Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

Massive Verschmutzung und Sperrung: Öl-Unfall im Kanal hat Folgen für Raffinerie

Nach einem Ölunfall im Nord-Ostsee-Kanal muss eine Raffinerie jetzt Schadenersatz zahlen. Ein Gericht sieht sie als verantwortlich für die massive Verunreinigung. Es gibt jedoch noch offene Fragen.

Fast zwei Wochen lang war der Nord-Ostsee-Kanal Ende 2022 für den Schiffsverkehr gesperrt: Nun hat das Landgericht Itzehoe eine Raffinerie dem Grunde nach zum Schadenersatz verurteilt. Sie war nach Auffassung der 4. Zivilkammer verantwortlich dafür, dass im Dezember 2022 Rohöl in die Wasserstraße eindrang, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Schadensersatz: Über Höhe wird noch entschieden

Mit seinem Urteil vom 23. April hat das Landgericht zudem festgestellt, dass die Raffinerie verpflichtet ist, weitere Aufwendungen und Kosten zu ersetzen, die aus der Ölverunreinigung des Kanals sowie des Uferbereichs aufgrund der Havarie entstanden sind. Über die Höhe des Schadenersatzes soll in einem gesonderten Prozess entschieden werden.



Eine Sprecherin der Raffinerie Heide (Kreis Dithmarschen) sagte auf Anfrage: „Das Urteil des Landgerichts Itzehoe liegt uns vor und wird von unserer Seite nun geprüft.” Das Unternehmen könne zu dem laufenden Verfahren keine weiteren Angaben machen.

Streit um Ölunfall im Nord-Ostsee-Kanal: Das war passiert

Die künstliche Wasserstraße war am 21. Dezember 2022 gesperrt worden, nachdem wegen eines Lecks in einer Pipeline im Hafen Brunsbüttel große Mengen Rohöl ausgelaufen waren. Früheren Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal zufolge liefen dabei mindestens zwölf Kubikmeter Rohöl in den Kanal.

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Bei Reinigungsarbeiten wurden demnach 36 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch von Spezialschiffen aufgenommen. Erst am 3. Januar 2023 wurde der Nord-Ostsee-Kanal wieder für den Verkehr freigegeben. (dpa/mp)

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