Kirche bei Hamburg bekommt Drohbriefe: Gemeinde sagt Kindertermine ab

Ein Krippe an Weihnachten vor der St. Salvatoris-Kirche (Archivbild)
Ein Krippe an Weihnachten vor der St. Salvatoris-Kirche (Archivbild)

Weil eine Kirche in Geesthacht wiederholt bedroht wurde, sagt sie jetzt Termine mit Kindern ab. Die Drohungen könnten etwas mit dem Nahostkonflikt zu tun haben. Weihnachtsgottesdienste sollen zwar stattfinden, allerdings mit einer Einschränkung – und selbst Polizeischutz ist wahrscheinlich!

Bedrückte Stimmung in der St. Salvatoris Kirchengemeinde in Geesthacht. „Die Kirchengemeinde sieht sich mit anonymen Drohungen konfrontiert”, heißt es auf ihrer Internetseite. „Daher haben wir präventiv Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche auf unserem Gelände diese Woche abgesagt, um die Kinder nicht zu verunsichern.”

Bei Hamburg: Drohbriefe vorm Weihnachtsmarkt

Das erste Mal wurde laut „Abendblatt“ vor einem traditionellen Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende ein auf Arabisch verfasster Drohbrief auf dem Kirchengelände gefunden. Später gingen weitere Schreiben ein.

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„Es wurden mehrere Schreiben an die betroffene Kirchengemeinde übermittelt. Inhaltlich wurden in diesen Schreiben jedoch keine konkreten Bedrohungen genannt. Später folgten mehrere Kontaktaufnahmen über das Internet, teilweise mit Bedrohungen”, sagte der Sprecher des Landeskriminalamts Kiel, das eingeschaltet wurde, der MOPO. Zu näheren Details machte er zum Schutz der Ermittlungen keine Angaben.

Nur so viel: Nach einer ersten inhaltlichen Bewertung dürfe es sich um „politisch motivierte Kriminalität aus dem Phänomenbereich „Hasskriminalität“ handeln. Die strafrechtlich relevanten Inhalte weisen einen Bezug zum Nahostkonflikt auf und lassen unter anderem eine antisemitische Motivation des Verfassers erkennen.” Tatsächlich besteht dem „Abendblatt“ zufolge über die Familie eines Kirchenmitarbeiters eine Verbindung zu einer christlichen Kirche in Israel.

Weihnachten: Gottesdienste ohne Krippenspiel

„Auch wenn wir keine Ursachen dafür gesetzt haben, stellt diese Situation eine erhebliche Herausforderung für uns dar“, schreibt der Kirchenbeirat in einer Stellungnahme. Und weiter: „Die Adventszeit ist für jung und alt eine besondere Zeit. Wir wollen keinen Beitrag leisten, der die Unbeschwertheit der Kinder und Jugendlichen, die sich in unserer Gemeinde engagieren, trübt oder die Zeit als Belastung empfunden wird.”

Daher habe man sich zur Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen entschieden und Gottesdienste umgestaltet. „Wir sind unverzagt, dass wir auch dieses Weihnachten die Botschaft von der Geburt Christi in unsere Gemeinde tragen.”

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Konfirmandenunterricht und Proben mit Kindern und Jugendlichen fallen nun erst einmal aus. Weihnachtsgottesdienste soll es zwar trotzdem geben, aber ohne Krippenspiel – und wohl mit Polizeischutz. (ncd)