In dieser malerischen Stadt bei Hamburg ist das Glück zuhause

Glückstadt
Noch ruhig: Der Binnenhafen von Glückstadt wird vor allem zu den Matjeswochen im Juni zur beliebten Ausgehmeile.

Zu den Matjeswochen im Juni platzt Glückstadt aus allen Nähten. Wer die außergewöhnliche Kleinstadt an der Elbe in Ruhe erkunden möchte, sollte jetzt kommen. Vor 400 Jahren erbaut, gilt Glückstadt als städtebauliches Gesamtkunstwerk – und sollte einst sogar Hamburg als Hafenstadt Konkurrenz machen.

Dänisches Erbe in Glückstadt

Als einzige Stadt in Schleswig-Holstein wurde Glückstadt von einem König gegründet: 1617 beschloss Christian IV., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein, nach italienischem Vorbild an der Elbe eine Stadt auf dem Reißbrett zu entwerfen und bauen zu lassen – einzigartig in Deutschland. Auch ein Name für die neue Ansiedlung im unerschlossenen Marschengebiet war schnell gefunden: „Dat schall glücken und dat mutt glücken, un dann schall se ok Glückstadt heten“, befand der König bei der Grundsteinlegung.

Bürgerhäuser
Schön anzusehen: die Bürgerhäuser am Binnenhafen.

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Kleine Stadt, große Paläste

Glückstadt und seine Einwohner – darunter zahlreiche jüdische und portugiesische Geschäftsleute – wurden reich. Davon zeugen heute noch die prachtvollen Bürgerhäuser und Paläste in der Stadt. Im Brockdorff’schen Palais, früher Sitz des Gouverneurs der Festung in Glückstadt, ist das Detlefsen-Museum untergebracht. Hier erfahren Besucher alles über die Stadtgeschichte. Sehenswert ist auch das Wasmer-Palais in der Königstraße 36, das bedeutendste weltliche Bauwerk in Glückstadt mit einem barocken Kaminsaal.

Museum
Im historischen Brockdorff’schen Palais ist das Detlefsen Museum untergebracht.

Malerischer Marktplatz in Glückstadt

Alle Straßen in Glückstadt gehen strahlenförmig vom Marktplatz aus. Der Platz diente früher als Parade- und Exerzierplatz. Hier steht das Rathaus und gegenüber die Stadtkirche. Die Große Kremper Straße war einst die Triumphstraße und ist heute Haupteinkaufsstraße. Hier lohnt ein Besuch des Cafés „Lykkestad“ – das ist dänisch und heißt nichts anderes als „Glückstadt“.

Marktplatz
Der Marktplatz mit Kandelaber und Stadtkirche diente früher als Paradeplatz für die Soldaten der einstigen Garnisionsstadt.

Hafenrundgang

Bei gutem Wetter ist Oliver Schümann an Bord seines Heringskutters „Moby Dick“ und verkauft Fischbrötchen. Neuer Job, neues Glück – passt gut, denn Schümann war vor wenigen Jahren noch Manager bei Mercedes und ist jetzt mit seinem neuen Berufsleben viel zufriedener. Auch die Hafenbesucher sehen glücklich aus. Schlendern, gucken, in der Sonne sitzen und die Atmosphäre genießen, das macht einfach gute Laune. Wer noch mehr sehen möchte, geht am Hafenwehr vorbei weiter bis zu den kleinen weißen Leuchttürmen am Außenhafen – und genießt einfach den Ausblick auf die Elbe.

Oliver Schümann
Früher war Oliver Schümann Manager bei Mercedes, heute ist er glücklicher Besitzer des einstigen Heringskutters „Moby Dick“ und betreibt ein Bistro an Bord.

Ein Haus für den König

Am Binnenhafen steht auch das erste Wohnhaus des dänischen Königs, das er bis zur Fertigstellung seines Glückstädter Schlosses nutzte. Später schenkte er das Palais, von dem nach einem Brand nur noch der Turm und die Kellerräume erhalten sind, seiner Geliebten Wiebke Kruse. Auf der Turmspitze ist noch immer der dänische Reichsapfel zu sehen.

Außenhafen
Zwei kleine Leuchttürme markieren die Einfahrt zum Glückstädter Außenhafen.

Matjes muss sein in Glückstadt

Der Höhepunkt des Jahres sind die Tage vom 12. bis 15. Juni. Dann gibt es in Glückstadt nur noch ein Thema: Matjes. Der junge Hering reift nur hier noch in Fässern, bevor er per Hand filetiert wird. Gegessen wird entweder direkt an einem der Hafenimbisse oder zum Beispiel bei Dieter Lassmann und Annika Albertsen im Restaurant „Alte Mühle“. Wer jetzt im Winter durch die Stadt bummelt und keinen frischen Matjes findet, muss sich mit Hering in anderer Form begnügen – als dauerhaftes Mitbringsel auf Stoff, Porzellan oder aus Glas gibt es den Fisch überall als Glücksbringer.

Zu den Matjeswochen im Juni platzt Glückstadt aus allen Nähten. Wer die außergewöhnliche Kleinstadt an der Elbe in Ruhe erkunden möchte, sollte jetzt kommen. Vor 400 Jahren erbaut, gilt Glückstadt als städtebauliches Gesamtkunstwerk – und sollte einst sogar Hamburg als Hafenstadt Konkurrenz machen.