In diesem Städtchen fährt ein Schiff zum Strand

Concordia II
Die Concordia II fährt von Carolinensiel regelmäßig zum Strand nach Harlesiel und zurück.

Auf dem Weg von Hamburg in Richtung Nordwesten wird die Umgebung immer flacher und grüner, die Straßen immer gerader und die Zahl der Schafe nimmt zugleich mit der Windstärke zu: Ostfriesland ist ein Landstrich mit ganz eigenen Gesetzen und Traditionen – und die gelten nicht nur für Teetrinker.

Herbert Marx
Herbert Marx ist häufig am Museumshafen in Carolinensiel unterwegs und arbeitet ehrenamtlich im Sielmuseum.

Hafen mit Geschichte

Carolinensiel ist zwar klein, aber es gibt ganz schön viel zu sehen. Das Sielmuseum zum Beispiel. Vier Häuser gehören dazu, darunter ein alter Speicher und das ehemalige Kapitänshaus. Hier führt Herbert Marx, einer von 67 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, Besucher durch die mit originalen Möbeln eingerichteten Räume. Darunter ist auch ein historischer Schankraum. Mit Rauschebart und weißen Haaren sieht Marx selbst aus wie ein Kapitän, obwohl er gar nicht von der Küste, sondern aus Köln kommt. „Ich hatte mal ein Plattbodenschiff und habe im Museumshafen einen Liegeplatz bekommen. Das Schiff ist schon längst verkauft, aber ich bin hier geblieben“, sagt er.

Museumshafen
Hübsch anzusehen: der Hafen von Carolinensiel.

Tee trinken

Tipp von Herbert Marx: Tee kaufen bei Günter Janssen im Laden gegenüber des Museumsspeichers. Das Geschäft sieht immer noch so aus wie ein Kolonialwarenladen aus den 50er Jahren. Janssen mischt einen Teil seiner Teesorten selbst und kann zu jedem Angebot etwas erzählen. Wer weitere Details – zum Beispiel zur ostfriesischen Teezeremonie oder zu den Themen Kandis und Sahne – hören möchte, ist hier richtig. Oder besucht eine entsprechende Veranstaltung im Kapitänshaus. Lieber Kaffee als Tee? Auch kein Problem. Cafés rund um den Hafen gibt es genug. Besonders fachmännisch zubereitet von Lukas und Ramin im „Brackwasser“, einem kleinen Pop-up Laden (Am Hafen Ost 2).

Hotel Noord
Vorbei am Hotel Noord fährt die Concordia II regelmäßig nach Harlesiel und zurück.

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Per Schiff zum Strand

Zu gucken gibt es am Hafen und um den Hafen herum immer etwas. Der kleine Raddampfer „Concordia II“ fährt regelmäßig in das knapp zwei Kilometer entfernte Harlesiel. Spaziergänger können das Schiff an Land begleiten, es fährt nur im Schritttempo. Noch besser haben es die Gäste im Hotel „Noord“. Einige Zimmer des familienfreundlichen Hauses, das aus einem Hauptgebäude, dem Restaurant „Eten“ und drei Gästehäusern besteht, haben direkten Harleblick (www.noordhotel.de). Die „Concordia II“ fährt quasi am Fenster vorbei. Vom Hotel aus sind es nur wenige Fuß- oder Radminuten immer an der Harle entlang zum Strand von Harlesiel. Räder und E-Bikes können ausgeliehen werden. Genug vom Festland? Dann ab zu einem Tagesausflug auf die autofreie Nordseeinsel Wangerooge. Die Überfahrt dauert knapp eine Stunde.

Harlesiel
Der Strand von Harlesiel bietet genug Platz zum Sonnen und Spielen. Wer noch mehr möchte, setzt nach Wangerooge über.

Pause in der Mühle

Flach, gut ausgeschilderte Wege: Ostfriesland ist Radlerland. Vorausgesetzt, man hat nichts gegen Wind. Eine Tour nach Neuharlingersiel sieben Kilometer am Deich entlang lohnt auch auch bei Gegenwind. Freitags von 8 bis 15 Uhr ist Markt am Kutterhafen im hübschen Nachbarort. Zurück geht es mit Rückenwind. Aber nicht an der „Genussmühle“, einem Restaurant in der alten Windmühle am Ortseingang von Carolinensiel, vorbeifahren, sondern einkehren. Es lohnt sich!

Auf dem Weg von Hamburg in Richtung Nordwesten wird die Umgebung immer flacher und grüner, die Straßen immer gerader und die Zahl der Schafe nimmt zugleich mit der Windstärke zu: Ostfriesland ist ein Landstrich mit ganz eigenen Gesetzen und Traditionen – und die gelten nicht nur für Teetrinker.