Ältere Dame telefoniert mit ihrem Telefon

Schockanrufe oder der sogenannte Enkeltrick sind häufige Betrugsmaschen. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Matthias Balk

Im Norden: Millionenschaden durch Trickbetrug – deutlicher Anstieg

Schockanrufe, Enkeltrick oder falsche Polizisten – Trickbetrüger bringen ihre Opfer mit perfiden Maschen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt um einen Millionenbetrag. Wie die Täter dabei vorgehen.

Der Schaden, den Trickbetrüger verursachen, wird in dem Bundesland immer größer. Die registrierte Gesamtschadenssumme ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) von rund 4,7 Millionen Euro 2024 auf rund 6,5 Millionen Euro 2025 deutlich gestiegen.

Verschiedene Maschen des Trickbetrugs

Die Daten stammen aus der Eingangsstatistik, sind daher nur bedingt aussagekräftig und unterliegen Veränderungen. Sie decken verschiedene Maschen des Trickbetrugs ab. Dabei kontaktieren Kriminelle ihre Opfer per Telefon, per Messenger-Dienst oder auch persönlich mit der Absicht, Vermögen ihrer Opfer zu erbeuten.


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Bei Schockanrufen etwa täuschen Betrüger eine dramatische Notlage, etwa die Verwicklung eines Angehörigen in einen Unfall vor, um ihre Opfer emotional zu überwältigen. Als Enkeltrick wird eine Masche bezeichnet, bei der die Betrüger eine familiäre Beziehung zum Opfer vortäuschen. Auch treten Kriminelle als falsche Polizisten oder Amtsträger auf, um so an Geld oder Wertsachen zu gelangen.

Frau verliert 89.000 Euro an Liebesbetrüger

Ende August etwa erhielt ein damals 68-Jähriger einen Anruf seiner angeblichen Tochter. Anschließend übernahm ein falscher Polizist. Die Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine sofortige Inhaftierung abzuwenden, sei eine Kaution in Höhe von 70.000 Euro erforderlich. Tatsächlich übergab das Opfer eine fünfstellige Summe. Die Polizei stellte nochmals klar, dass sie oder die Staatsanwaltschaft niemals Kautionszahlungen fordern, um Angehörige vor einer Inhaftierung zu bewahren.

Am höchsten ist die Schadenssumme laut LKA bei Liebesbetrug, sogenannte Love- beziehungsweise Romance Scams. Dabei täuschen die Betrüger eine romantische Beziehung zu ihren Opfern vor und erfinden immer wieder Gründe, warum sie Geld benötigen. Im April informierte die Polizei etwa über eine damals 66-Jährige aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, die insgesamt 89.000 Euro an einen vermeintlichen Liebhaber überwiesen hat. Demnach hatte er über eine Online-Partnerbörse Kontakt aufgenommen und über mehrere Monate eine vermeintlich romantische Beziehung aufgebaut.

2024 mehr Fälle, aber geringerer Gesamtschaden

Insgesamt sind in der Eingangsstatistik für 2025 1166 Trickbetrugsfälle registriert. Obwohl die Schadenssumme 2024 niedriger war, wurden 2024 demnach mehr Fälle aufgenommen, nämlich 1323. Die Zahlen umfassen Versuche und Vollendungen.

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Zu den Maschen wird auch das Auftreten als vermeintlicher Bankmitarbeiter gezählt sowie falsche Gewinnbenachrichtigungen mit der Forderung bestimmter Vorabzahlungen, sogenannte Abofallen, gefälschte Rechnungen oder auch der Betrug mit vermeintlich wertvollen Büchern, oftmals zulasten älterer Menschen. Noch nicht mitgezählt sind etwa Anlagebetrug, Waren- und Warenkreditbetrug und Straftaten mit erpresserischer Absicht etwa sexuelle Erpressung im Internet, sogenannte Sextortion.

Tipps, wie man vermeidet, Opfer von Trickbetrügern zu werden, finden sich etwa auf der Website der polizeilichen Kriminalprävention (polizei-beratung.de). (dpa/mp)

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