Obwohl der Anspruch kommt: Fast 450 Grundschulen sind noch ohne Ganztag
Zum Schuljahr 2026/27 tritt für alle Erstklässlerinnen und Erstklässler in ganz Deutschland ein Anspruch auf Ganztagsbetreuung in Kraft. In Niedersachsen wird das knifflig. Denn: Aktuell haben dort nur knapp drei von vier Grundschulen ein Ganztagsangebot. Das hat das Kultusministerium in Hannover auf Anfrage mitgeteilt.
Im laufenden Schuljahr werden dem Ministerium zufolge 1165 von 1610 Grundschulen als Ganztagsschule geführt. Das entspricht einer Quote von 72 Prozent. 445 Grundschulen sind demnach noch keine Ganztagsschulen.
Ganztag für Grundschüler: Herausforderung für Niedersachsen
Um den Rechtsanspruch zu erfüllen, ist es allerdings auch nicht nötig, dass alle Schulen sich dem Ganztag anschließen. Denn die Städte und Landkreise können dafür auch Kooperationspartner und Horte mit heranziehen.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg sieht im Ganztagsanspruch eine der „größten bildungspolitischen Reformen der kommenden Jahre“. Die Erwartungen an den Start hatte die stellvertretende Regierungschefin aber schon im Sommer gedämpft. „Es wird nicht überall sofort perfekt sein“, sagte die Grünen-Politikerin. Manch eine Schule werde womöglich improvisieren müssen. Für die Kinder werde es aber funktionieren und über die Jahre besser werden.
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Ziel des Ganztagsanspruchs ist es, die Bildungschancen für alle Kinder anzugleichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. (dpa/mp)
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