Arkona

Der Eisbrecher „Arkona“ fährt durch das Fahrwasser im Strelasund in den Heimathafen auf den Dänholm in Stralsund. Foto: picture alliance / dpa/Stefan Sauer

Eisbrecher muss festsitzende Schiffe an der Ostsee befreien

Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns kämpfen Schiffe mit immer dickerem Eis. Die Eisbrecher „Arkona“ und „Görmitz“ sind im Einsatz. Häfen werden nach einer Rangordnung behandelt.

Das Eis bereitet der Schifffahrt zunehmend Probleme. Der größte deutsche Ostsee-Eisbrecher, die „Arkona“, musste nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee (WSA) am Mittwoch in der Prorer Wiek vor Rügen Eis aufbrechen, um feststeckende Schiffe zu befreien. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nimmt die Eisdicke in den betroffenen Küstengewässern weiter zu. So ist das Eis in der Ostansteuerung nach Stralsund teils über 20 Zentimeter dick. Teilweise ist das Eis übereinander geschoben und dadurch noch deutlich dicker.

BSH: Eis wird weiter an Dicke zunehmen

„An der gesamten Ostseeküste bildet sich in geschützten Gebieten und Häfen Eis.“ Mittlerweile sind nicht nur Boddengewässer, sondern auch Teile der Außenküsten teils mit Eis bedeckt, etwa die Prorer Wiek vor Rügen. Laut BSH wird sich weiter Eis bilden beziehungsweise die Dicke zunehmen. Insbesondere vor Rügens Ostküste und vor Usedom werde Eis zusammengeschoben.

Die nach einem Eisschaden schon am Wochenende reparierte Hiddensee-Fähre „Vitte“ soll wegen der schwierigen Bedingungen auch am Donnerstag nicht zurück in ihr Einsatzgebiet fahren, wie ein Sprecher der Reederei Hiddensee sagte. Das Mehrzweckschiff „Görmitz“ des WSA machte am Mittwoch eine Kontrollfahrt durch den Schaproder Bodden, der zwischen Hiddensee und Rügen liegt. 

Eisbrecher leistet Amtshilfe 

Am Donnerstag ist im Rahmen der Amtshilfe für den Landkreis Vorpommern-Rügen eine weitere Fahrt nach Hiddensee geplant, um bei der Grundversorgung zu helfen. Am Montag hatte sich die „Görmitz“ dafür bereits stundenlang durch das Eis gekämpft. Für den Personenverkehr nach Hiddensee gibt es weiterhin nur den Eisbrecher „Swanti“ der Reederei Hiddensee. Menschen dürfen nur in Notfällen mitfahren.

Die „Arkona“ ist dafür ausgelegt, Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimeter zu brechen, die „Görmitz“ für bis zu 30 Zentimeter. Letztere kann wegen des geringeren Tiefgangs im Gegensatz zur „Arkona“ aber beispielsweise auch im Schaproder Bodden fahren.

Laut WSA liegen auch immer mehr schwimmende Tonnen, die zur Orientierung dienen, unter Eis. Sogenannte Solarkompaktaufsätze, die zur Beleuchtung dienen, seien bereits entfernt worden, um Schäden zu vermeiden. In bestimmten Küstenabschnitten gilt ein Nachtfahrverbot.

Häfen nach wirtschaftlichen Kriterien priorisiert

Das WSA hat nach eigenen Angaben die Zufahrten zu den Häfen in der eigenen Zuständigkeit priorisiert, da der Eisaufbruch in den Fahrwassern nach wirtschaftlichen Kriterien erfolge. 

Die Häfen Mukran, Rostock (insbesondere Ölhafen und Fährterminals), Lübeck (Fährterminals) und die Kieler Förde im Zufahrtsbereich zum Nordostseekanal lägen dabei sehr weit oben.

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Die anderen Häfen würden, wenn möglich, ebenfalls unterstützt. Dies geschehe, indem Schiffsmakler möglichst früh geplante An- und Abläufe dem WSA melden. Dann könne etwa eine Konvoifahrt geprüft werden. (dpa/mp)

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