Ein Schloss dicht bei Hamburg – aber kaum jemand kennt es

Schloss Winsen
Das Winsener Schloss sieht wie eine Festung aus.

Zwischen Hamburg und Lüneburg gelegen, gerät Winsen leicht ins Abseits. Wer die Stadt nur vom Kfz-Kennzeichen WL kennt, wird bei einem Besuch überrascht sein. Die Stadt an der Luhe hat ein Schloss, einen Marstall, Fachwerkhäuser und einen berühmten Einwohner, der mit Johann Wolfgang von Goethe befreundet war.

Ein Schloss im Wasser

Umgeben von Wasser sieht das Schloss aus wie eine Festung. Die ältesten Teile des Gebäudes stammen aus dem 13. Jahrhundert. Aufwendig Hof gehalten wurde in Winsen nicht. Das Schloss war ab 1593 Witwen- und Alterssitz von Dorothea von Dänemark, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Sie kümmerte sich nach dem Tod ihres Mannes um die Verwaltung des Amtes Winsen. Heute hat das Amtsgericht seinen Sitz im Schloss.

Pferde und Kutschen

Marstall Winsen
Heute Museum und Sitz der Bücherei, war der Marstall früher Pferdestall.

Im weitläufigen Park liegt der Marstall, der ehemalige Pferdestall. Im Gebäude standen früher auch Kutschen und andere Fahrzeuge. Heute ist das langgestreckte Gebäude Museum, Sitz der Bücherei und Veranstaltungsort. Vor dem Marstall ist die Skulptur „Die Goldene Gans“ ein Hingucker. Sie zeigt nach einem Märchen der Brüder Grimm den „Dummling“ mit der wertvollen Gans, an der verschiedene Figuren zur Strafe für ihren Neid und ihre Habgier kleben bleiben.

Eckermann und Goethe

Marienkirche
Die Marienkirche in Winsen hat einen 63 Meter hohen Turm und wurde im 15. Jahrhundert erbaut.

Johann Peter Eckermann wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Winsen auf. Sein Geburtshaus in der Marktstraße 18 steht nicht mehr, aber eine Gedenktafel erinnert an den Schriftsteller. Berühmt wurde Eckermann als Vertrauter und Sekretär Goethes in Weimar. Dort schrieb er sein bekanntestes Werk: „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“. Wer in der Innenstadt unterwegs ist, kann neben dem Rathaus, der alten Rats-Apotheke und der Marienkirche auch das älteste Haus der Stadt, das Blaufärberhaus von 1585, in der Luhestraße 9 entdecken.

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Einkehr mit Charme

Cafe Hulda
Ilona Oertzen (l.) und Hanna Ahlert führen das Café Hulda und die Villa Romantica in Pattensen.

Etwas außerhalb von Winsen liegt das Café „Hulda“ in einer Villa in der Pattensener Hauptstraße 20. Bei der gelernten Konditorin Ilona Oertzen schmeckt das Frühstück genauso gut wie die Kuchen und Torten. Im selben Gebäude führt Hanna Ahlert die „Villa Romantica“, ein Shabby-Chic-Outlet für alle, die den Landhausstil lieben. Café und Laden sind unbedingt einen Abstecher wert. Das Café hat Montag, Donnerstag und Freitag von 9.30 bis 12.30 und von 14.30 bis 17 Uhr sowie Samstag/Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die „Villa Romantica“ öffnet Donnerstag bis Samstag von 11 bis 17 Uhr.

Zwischen Hamburg und Lüneburg gelegen, gerät Winsen leicht ins Abseits. Wer die Stadt nur vom Kfz-Kennzeichen WL kennt, wird bei einem Besuch überrascht sein. Die Stadt an der Luhe hat ein Schloss, einen Marstall, Fachwerkhäuser und einen berühmten Einwohner, der mit Johann Wolfgang von Goethe befreundet war.