Dieses Seebad im Norden hat eine Strandpromenade der Rekorde

Kühlungsborn
Kühlungsborn hat Strände ohne Ende und mit vier Kilometern eine der längsten Promenaden Deutschlands.

Der Molli dampft wie eh und je durch Kühlungsborn. Am kilometerlangen Ostseestrand und der ebenso langen Promenade spazieren die Urlauber wie jeden Sommer – aber es gibt auch Neues im traditionsreichen Seebad zu entdecken. Die „Villa Astoria“ zum Beispiel. Vor mehr als 100 Jahren erbaut, ist sie ein Schmuckstück an der Ostseeallee.

Hafen Kühlungsborn
Noch gibt es einige Fischerboote im Hafen von Kühlungsborn.

Kühlungsborn: Vom Fischerdorf zum Seebad

Riesenrad
Das Riesenrad mit Ostseeblick dreht sich bis Oktober in Kühlungsborn West.

Das größte Seebad an der mecklenburgischen Ostseeküste hat seinen Namen erst seit knapp 100 Jahren: Das Ostseebad Kühlungsborn entstand im April 1938 aus den Fischerdörfern Brunshaupten-Fulgen und Arendsee. Die ersten Badegäste kamen schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Kühlung, die dem Bad den neuen Namen gab, ist ein teils bewaldeter Höhenzug bei Bad Doberan.

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Promenade und Riesenrad

Villa Astoria
An der Ostseeallee stehen einige alte Villen im Stil der Seebäderarchittektur. Die Villa Astoria wurde gerade saniert und ist jetzt ein Boutiquehotel mit 19 Suiten.

Ganz schön weit, der Weg von Kühlungsborn-Ost nach Kühlungsborn-West. Aber soooo schön! Die knapp vier Kilometer lange Promenade ist eine der längsten in Deutschland. Wer mag, kann den Weg auch ohne Unterbrechung am Strand entlang gehen. Oder mit dem Rad fahren. Bis zum Riesenrad, das sich den ganzen Sommer über direkt am Strand mit weitem Blick über die Ostsee dreht. Oder in die andere Richtung auf dem Ostseeradweg durch alte Buchenwälder bis nach Heiligendamm. Tipp: eine Pause im Deck Beachclub am Steilufer einlegen.

„Villa Astoria“: Eine Villa in Weiß

Vielmeer
Immer gut besucht ist das Restaurant Vielmeer direkt an der Promenade.

Entlang der einstigen Prachtstraße Ostseeallee stehen einige historische Villen in typischer Seebäderarchitektur. Die „Villa Astoria“ ist eine von ihnen. 1910 eröffnete die Villa als Logierhaus, wurde mehrfach umgebaut und strahlt seit einigen Wochen in neuem Glanz. Alle 19 Suiten sind ausschließlich in warmen Weiß- und Sandtönen eingerichtet, die meisten haben Meerblick. Zur Villa gehört auch das „Café Øst.2“ in skandinavischem Stil.

Mehr als Meer

Villa Baltic
Seit Jahren verfällt die „Villa Baltic“, obwohl es einen Investor gibt.

Wenn die Urlauber nicht gerade am Strand oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, findet man sie in den Eisdielen, Cafés und Geschäften in der Strandallee. Oder am Marinehafen. Seit hier vor genau 20 Jahren das Restaurant „Vielmeer“ eröffnet hat, entwickelt sich dieser Teil der Promenade zu einem der Lieblings-Treffpunkte im Badeort. Ein paar Fischkutter im Hafen erinnern an vergangene Zeiten. Die „Anna Lena“ zum Beispiel. Fischer Paul Keppler verkauft hier regelmäßig fangfrischen Dorsch, Schollen, Klieschen, Hering und Steinbutt direkt vom Kutter.

Wahrzeichen „Villa Baltic“, was nun?

Unter den ersten wohlhabenden Badegästen im damaligen Arendsee waren auch der Berliner Rechtsanwalt Wilhelm Hausmann und seine Frau Margarete. Sie kauften ein Stück Land, legten einen Park an und ließen die prachtvolle „Villa Hausmann“ bauen. Nachdem Tod das kinderlose jüdischen Paars verstorben war, wurde das Anwesen enteignet und 1938 der Goebbels Stiftung für Bühnenschaffende an der Reichstheaterkammer übergeben.die nutzten die Nazis die Villa als Erholungsheim. Zu DDR-Zeiten diente die Villa, die inzwischen „Villa Baltic“ hieß, als Erholungsheim. Erst nach der Wende und nach mehreren gescheiterten Bar- oder Discobetreibern wird die Villa an die Jewish Claims Conference übergeben, die früheres Vermögen enteigneter Juden und ihrer Erben geltend macht. Die Institution verkauft das Gebäude 2003. Erste Investoren gehen pleite, jetzt gibt es neue Pläne. Investor Jan Aschenbeck aus Oldenburg möchte das Haus sanieren. Ob es gelingt, der ehemaligen Villa Hausmann wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, steht in den Sternen.

Der Molli dampft wie eh und je durch Kühlungsborn. Am kilometerlangen Ostseestrand und der ebenso langen Promenade spazieren die Urlauber wie jeden Sommer – aber es gibt auch Neues im traditionsreichen Seebad zu entdecken. Die „Villa Astoria“ zum Beispiel. Vor mehr als 100 Jahren erbaut, ist sie ein Schmuckstück an der Ostseeallee.