Deutschlands schönstes Dorf: Hier wurden schon Filmklassiker gedreht
Zwei Hexen sitzen auf der Bank, schauen zum Schloss und unterhalten sich. Besser gesagt, es sieht so aus, als unterhielten sie sich. Die beiden Hexen sind nur Attrappen, aber sonst ist alles echt im märchenhaften Stolberg im Südharz, dem ehemaligen Vorzeigestädtchen der DDR, das häufig als „Deutschlands schönstes Dorf“ bezeichnet wird. Hier wurden auch sehr bekannte Kinderfilme gedreht.
Idylle mit Schloss
Über der Fachwerkidylle im Biosphärenreservat thront das weiße Schloss der Grafen und Fürsten zu Stolberg. Stolberg ist ganz schön abgelegen und vielleicht gerade deshalb so reizvoll. Durch die Berge, an Flüssen entlang und hinauf zu Klippen führen Wanderwege, ohne Straßen zu kreuzen.
Wellness im Urlaub
Seit es das Hotel „Freiwerk“ gibt, entdecken auch gestresste Großstädter den Südharz nicht nur als Wander-, sondern auch als Wellness-Urlaubsziel, denn in den Zimmern mit Panoramablick und den gerade eröffneten Suiten mit privatem Spa lässt es sich komfortabel wohnen – und im Restaurant „20zwanzig“ ausgezeichnet speisen.
Wie im Märchen
Ein paar Treppenstufen führen ins Städtchen. Das kommt ohne Neubauten und ohne unpassende Straßen- und Hinweisschilder aus. Die Zeit scheint vor Jahrzehnten stehen geblieben zu sein. Über den Straßen und Gassen thront seit Jahrhunderten das weiße Schloss. Eine perfekte Kulisse für Märchen- und Historienfilme wie „Schneewittchen“ oder „Die zertanzten Schuhe“, die die DEFA hier in den 60er und 70er Jahren drehte.
Kekse und Torten
Von einigen Handwerksbetrieben haben nur die alten Ladenschilder überlebt, andere konnten sich über die Zeit retten. „Friwi“ zum Beispiel, seit 1891 Konditor und Keksbäcker in Stolberg. Im Fabrikverkauf in der Ortsmitte decken sich Besucher gern mit der „Walpurgismischung“ oder „Hexensplittern“ ein. Danach geht es zu Kaffee und Torte in das vom „Feinschmecker“ ausgezeichnete „Friwi-Café“.
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500 Jahre feiern
Auf dem Marktplatz steht das Denkmal des in Stolberg geborenen Theologen und Bauernführers Thomas Müntzer, Gegenspieler Martin Luthers. Müntzer galt als Revolutionär, weil er sich für die Rechte der sozial Schwachen einsetzte und wurde in Mühlhausen hingerichtet. Gerade bereitet sich Stolberg auf ein großes Jubiläum vor: 2025 werden 500 Jahre Bauernkrieg und der 500. Todestag Müntzers gefeiert.
Rekordkreuz aus Eisen
Von Weitem zu sehen ist das 38 Meter hohe Josephskreuz, entworfen Ende des 19. Jahrhunderts von Karl Friedrich Schinkel. Das größte Doppel-Eisenkreuz der Welt lässt sich vom Hotel „Freiwerk“ in einer etwa zweistündigen Wanderung erreichen. Nach der Bergtour freut sich jeder auf die Sauna – entweder auf die eigene in der Suite oder auf das Hotel-Spa mit Blick über die Südharzer Berge. Wer lange genug hinschaut, kann vielleicht sogar eine Hexe vorbeifliegen sehen.