Darum benennt diese Stadt im Norden jetzt einen Platz nach Olivia Jones

Dragqueen mit gelber Perücke
Dragqueen aus der Provinz: Olivia Jones soll in ihrer Heimatstadt Springe geehrt werden.

Die Stadt Springe im Südwesten von Hannover ist Jones‘ Heimatstadt. Mit der Umbenennung eines Platzes soll die Dragqueen nun gewürdigt werden.

Im niedersächsischen Springe soll es künftig einen Olivia–Jones-Platz geben. Damit soll die Dragqueen in ihrer Heimatstadt im Südwesten von Hannover geehrt, aber auch Sichtbarkeit für sexuelle Minderheiten geschaffen werden, sagte Bürgermeister Christian Springfeld (parteilos). Jones (56) wird meist mit Hamburg in Verbindung gebracht, wo die Dragqueen lebt und mehrere Lokale auf der Reeperbahn betreibt.

Springfeld sagte, er habe die Idee zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Stefanie Hoffmann, gehabt. „Es geht nicht um Nostalgie und auch nicht um eine klassische Ehrung. Es geht um Haltung und Mut und Sichtbarkeit”, so Springfeld. Zuvor hatte der NDR berichtet.

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Beschlossen ist allerdings bisher nichts, auch eine politische Beratung habe es noch nicht gegeben, sagte der Bürgermeister. Die Entscheidung treffe letztlich der Ortsrat Springe, der sich voraussichtlich erst wieder am 26. August trifft. Im Gespräch für den bisher namenlosen Platz am Alten Rathaus sind den Angaben nach auch „Platz der Gleichstellung” oder „Platz der Vielfalt”.

Bürgermeister: Jones steht tagtäglich für Akzeptanz

Für die Dragqueen sprechen laut dem Bürgermeister nicht nur die Wurzeln des in der Stadt geborenen Travestiekünstlers Oliver Knöbel. „Olivia Jones ist Ehrenbotschafterin unserer Stadt — und steht weit über Springe hinaus für Vielfalt, Toleranz, Selbstbestimmung und die Freiheit, aber auch den Mut, ohne Angst anders sein zu dürfen.” Die Botschaft sei tagtäglich wichtig, das zeige auch die Diskussion um den Namen des Platzes.

Kritikern hielt Springfeld entgegen, dass kein anderes wichtiges Thema liegen bleibe, „‚nur‘ weil wir einen Platz nach Olivia Jones benennen”. Die Benennung zu Lebzeiten sei für ihn zudem kein Makel. Wer für Sichtbarkeit und Akzeptanz stehe und diese Botschaft tagtäglich sichtbar, mutig und stolz in die Welt trage, „darf diese Anerkennung und Unterstützung auch erleben”.

In die erste Ideenfindung sei Jones nicht eingebunden gewesen. Die Reaktion auf die Pläne war laut dem Bürgermeister aber positiv.

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Am Mittwoch war ein Biopic über Olivia Jones im ZDF ausgestrahlt worden. Der Film, der berührend und unterhaltsam von Olivias nicht ganz leichter Kindheit und Jugend in Springe bis zu ihren Erfolgen als Unternehmerin auf dem Hamburger Kiez erzählt, hat sogar eine höhere Einschaltquote als der gleichzeitig laufende Blockbuster „Barbie“ erzielt. Der Film „Olivia“ ist weiter in der Mediathek verfügbar. Aus Anlass der Ausstrahlung wurde der Platz, der künftig nach der Dragqueen benannt werden könnte, mit Regenbogenfahnen beflaggt. (dpa/mp)