Das Landgericht Bremen von außen. Ein altes Gebäude mit zwei Türmen an den Seiten und großen Fenstern.

Das Landgericht Bremen Foto: picture alliance/dpa/Sina Schuldt

Familie gequält und isoliert: Vater legt vor Gericht ein Teilgeständnis ab

Vater angeklagt: Ein Mann (45) isolierte seine Familie sechs Jahre lang von der Außenwelt, kontrollierte und misshandelte sie. Nun spricht er vor Gericht von psychischen Problemen und Überforderung bei der Erziehung der Stieftöchter. Die Mädchen waren zu Beginn des Martyriums sieben und neun Jahre alt.

Im Prozess um jahrelange Misshandlung seiner Familie hat der Angeklagte die Vorwürfe vor dem Landgericht Bremen teilweise eingeräumt. Die Stieftöchter sollten in ihren Zimmern bleiben und bekamen einen Eimer zur Notdurft, wie die Verteidigerin im Namen des Angeklagten erklärte. „Die Mädchen sind jedoch nicht eingesperrt worden und hätten jederzeit die Wohnung verlassen können.“

Vater angeklagt: Wie der Mann seine Familie gequält haben soll

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Er soll seine damalige Partnerin und deren beiden Töchter von 2013 bis 2019 kontrolliert, gequält und von der Außenwelt isoliert haben.  Unter anderem soll er seiner Familie eingeredet haben, die Drogenmafia sei hinter ihnen her, sie seien im Zeugenschutzprogramm und er arbeite für das Bundeskriminalamt, welches ihnen zur Überwachung Mikrochips implantiert habe.

Tochter musste eigene Beerdigung planen

Laut Anklage soll der Mann die 2004 und 2006 geborenen Töchter immer wieder für längere Zeit in ihrem Zimmer eingesperrt und ihnen sogar verboten haben, einander zu berühren. Die jüngere Tochter sollte wegen einer angeblich tödlichen Krankheit ihre eigene Beerdigung planen. Auch seine damalige Partnerin soll er mit falschen Diagnosen manipuliert und ihr unbekannte Flüssigkeiten gespritzt haben.

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Der Angeklagte könne sich an vieles nicht erinnern, sagte seine Verteidigerin. Er bedauere sein Verhalten. Seine damalige Partnerin und er seien mit der Erziehung der Kinder überfordert gewesen, außerdem habe er psychische Probleme gehabt. Die Familie lebte gemeinsam in Bremen und Bermerhaven. (dpa/mp)

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