Blutiges Wildschwein-Massaker im Norden: 90 Tiere abgeschossen
Sie sorgten jahrelang für Ärger am Stadtrand von Wilhelmshaven: Rund 90 Wildschweine hatten den Voslapper Groden, einem sowohl von Industrie- als auch von Naturschutzgebieten geprägten Stadtteil, als Heimat auserkoren. Nun herrscht dort Ruhe: Alle abgeschossen, meldet die Stadt.
„Zwischen Ende Dezember 2025 und Anfang Februar 2026 konnte die von der Stadt Wilhelmshaven beauftragte Fachfirma die sogenannte Totalentnahme erfolgreich durchführen.“ Mit diesen Worten gab die Stadt Wilhelmshaven diese Woche offiziell bekannt, dass nun auch die letzten noch lebenden Tiere der Rotte getötet worden sind.
Stadt Wilhelmshaven lässt 90 Wildschweine abschießen
Die Stadt begründete die Maßnahme damit, dass sie eine „wichtige Voraussetzung zum Erhalt des Natur- und Vogelschutzgebietes“ sei. Selbst Umweltschutzorganisationen wie der NABU hatten auf die Gefährdung des „Natura-2000-Naturschutzgebiets“ durch die Wildschweine hingewiesen.
Offenbar steckten hinter dem Abschuss von städtischer Seite aber auch knallharte ökonomische Interessen: Die Tötung sei auch aus präventiven Gründen erfolgt, „um mögliche negative wirtschaftliche Folgen für den JadeWeserPort zu vermeiden“, heißt es in der Mitteilung der Behörden. Der JadeWeserPort an der Nordsee ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen.
Die Wildschweine waren illegal ausgesetzt worden und hatten sich ausgebreitet
Die Wildschweine waren vor zehn Jahren erstmals in dem Gebiet am Rande von Wilhelmshaven gesichtet worden. Sie waren allerdings nicht auf natürlichem Wege dorthin gelangt, sondern illegal ausgesetzt worden. Anschließend hatten sie sich rasant vermehrt und in der Gegend ausgebreitet. Dabei waren enorme Schäden entstanden. Auch der Deich blieb von den Wühltätigkeiten der Wildtiere nicht verschont.
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Zeitweise hatten sich die Wildschweine nach Angaben der Stadt sogar bis ins angrenzende Wohngebiet vorgewagt, weshalb Wilhelmshaven im Herbst 2023 aus Sicherheitsgründen den Spazierweg am Voslapper Deich für einige Monate gesperrt hatte. Außerdem hatte die Stadt versucht, die damalige Pächterin der Fläche dazu zu bewegen, das Wildschwein-Problem zu lösen. Ohne Erfolg.
„Nun konnte im Zuge einer sogenannten Ersatzvornahme der Wildschweinbestand auf null gesetzt werden“, teilten die Behörden mit. (ng)
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