Bierkrise: Deshalb trifft es den Norden besonders hart
Der Bierabsatz in Deutschland ist auf ein historisches Tief gefallen. Im Norden trifft es die Brauereien besonders hart – mit deutlichen Rückgängen und nur noch knapp 20 Betrieben in Schleswig-Holstein.
Zusammenfassung:
- Knapp über 20 Brauereien in Schleswig-Holstein, darunter Kleinst- und Gasthausbrauereien.
- Bierabsatz in Schleswig-Holstein und Hamburg: minus 10,6 Prozent auf 242 Millionen Liter.
- Ursachen: Gesundheitsbewusstsein, demografischer Wandel, schwacher Sommer 2025.
Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Die Brauereien bundesweit schlagen Alarm. Und wie sieht es im Norden aus? Die Flensburger Brauerei gibt einen Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 2025 und Einblicke in das neue Jahr 2026. Zeit, Bierkonsum und Braulandschaft in Schleswig-Holstein unter die Lupe zu nehmen:
Wie viele Brauereien gibt es in Schleswig-Holstein?
Zurzeit gibt es nach Angaben der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände noch knapp über 20 Brauereien in Schleswig-Holstein, wobei viele davon Kleinstbetriebe oder Gasthausbrauereien sind. Die mittleren oder größeren Brauereien sind überwiegend Mitglied bei der Sozietät, die als Branchenverband der acht nord- und nordostdeutschen Bundesländern fungiert. Überregional bekannt sind den Angaben zufolge die Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG und die Dithmarscher Brauerei Karl Hintz GmbH & Co. KG.
Der Craft-Beer-Trend ist schon seit einigen Jahren abgeebbt, wie die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände weiter mitteilte. „Und selbst in der Hochphase machte er nur gut ein Prozent des Gesamtbierabsatzes aus.” Die jetzt verbliebenen Anbieter in Schleswig-Holstein haben sich demnach aber weitestgehend etabliert und sich eine Fanbase geschaffen.
Wie viel Bier wird in Schleswig-Holstein abgesetzt?
2025 ist der deutsche Biermarkt so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mit 7,8 Milliarden Litern lag der Absatz sechs Prozent unter dem Vorjahr und erstmals unter 8 Milliarden Liter, wie das Statistische Bundesamt Anfang der Woche berichtete. In Schleswig-Holstein und Hamburg zusammen lag der Absatz den Statistikern zufolge bei 242 Millionen Litern und damit sogar 10,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Weil keine Biersteuer anfällt, sind alkoholfreie Biere wie auch Malzgetränke nicht in der Statistik enthalten.
Was sind die Gründe für den Rückgang?
Die Gründe für den Rückgang werden unter anderem in einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein und der Alterung der Gesellschaft gesehen. Zudem sei das Image von Bier nach dem Abebben des Craft-Beer-Trends bei jungen Leuten eher durchwachsen, erläuterte die Sozietät.
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Für den überdurchschnittlichen Rückgang im Norden spielt demnach möglicherweise der auch eher durchwachsene Sommer 2025 mit hinein, „der den Bierdurst der Touristen nicht ausreichend entfacht hat”.
Welche Biersorte trinken die Schleswig-Holsteiner am liebsten?
Dazu gibt es keine statistische Erfassung. „Doch aus der Erfahrung heraus dürfte es Pils sein”, teilte die Sozietät mit. (dpa/mp)
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