• Foto: Feuerwehr Landkreis Leer

Bepöbelt und bedroht: Retter bei Einsatz massiv angegriffen – Feuerwehrchef fassungslos

Holtland –

Beim Brand eines Bauernhofs im niedersächsischen Holtland (Landkreis Leer) sind vergangene Woche etwa 50 Kühe getötet worden. Kaum zu glauben: Während und nach dem Einsatz wurden die Retter massiv angegriffen, beschimpft und bedroht. Nun meldete sich der Feuerwehrchef des Kreises auf Facebook zu Wort.

Mehr als 30 Tiere starben in der Nacht zum 14. August in den Flammen, die übrigen mussten wegen schwerer Verletzungen später von einem Tierarzt eingeschläfert werden, wie Polizei und Feuerwehr in Leer mitteilten. Das Feuer zerstörte oder beschädigte auf dem Hof mehrere Gebäude und diverse Maschinen.

Holtland: Feuerwehr bei Brandeinsatz beschimpft und angegriffen

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Freitagnachmittag hin. Insgesamt waren etwa 140 Einsatzkräfte an dem riskanten Einsatz mit großer Hitze beteiligt. Und als wäre das nicht genug, wurden die freiwilligen Retter auch noch angegriffen und aufs Übelste beschimpft.

„Na Dicker, schwitzt du schon?“ sei aus einer Menschenmenge heraus zu hören gewesen. Der Ortsbrandmeister sei sogar körperlich angegriffen worden. Der Hamburger Ankerherz Verlag zeigte sich mit einem Post solidarisch mit den Rettungskräften: „Es sind Nachrichten, die wirklich sauer machen. (…) Die Feuerwehrleute berichten, dass es immer respektloser zugehe. Und dies auf dem Dorf, nicht in der Großstadt, wo es für einige Asis inzwischen ein Sport zu sein scheint, Rettungskräfte zu attackieren. Dieser Respekt muss nun zurückgeholt werden, wenn nötig, auf die harte Tour und wenn es sein muss, mit Freiheitsentzug.“

In den sozialen Netzwerken gingen die Beleidigungen hinterher weiter, mit Hinweisen, man werde den Feuerwehrleuten „den Schlauch durchs Gesicht ziehen.“ Kreisbrandmeister Johann Waten reichte es endgültig, als er die Kommentare in der Facebook-Gruppe Uplengen-Jümme-Nachrichten las. Dabei seien auch Angehörige der Feuerwehr auf das Übelste beleidigt und Ihnen sogar Gewalt angedroht worden.

Retter auf Facebook beleidigt und bedroht: Feuerwehrchef platzt dem Kragen

„Ich weiß nicht warum dort so respektlos und despektierlich mit den Kameraden*innen umgegangen wurde. Vielleicht war es die `Rache´ dafür, dass eine Gruppe zu Ihrer eigenen Sicherheit von der Einsatzstelle verwiesen werden musste“, schrieb Waten auf Facebook.

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„Ich weiß jedoch, dass wir uns ein solches Verhalten nicht bieten lassen! Nach Rücksprache mit dem Landkreis Leer werden wir sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen um die Verfasser dieser Hass- und Gewaltkommentare zu sanktionieren.“

Den Kritikern rät er: „Geht einfach mal zu eurer Feuerwehr und lasst euch erklären, warum manche Abläufe für den Laien unlogisch erscheinen und warum vom Anruf der 112 bis zum Eintreffen der Feuerwehr 10 bis 15 Minuten vergehen. Und wer weiß, vielleicht findet ihr Gefallen an unserer Arbeit und unterstützt uns zukünftig.“ (mp)

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