Ausflugstipp: Klaben, Kluten und Rollos – die gibt’s nur hier!
Ganz nah und trotzdem für viele Hamburger immer noch eine Unbekannte – dabei ist Bremen unbedingt einen Ausflug wert. Am besten lässt sich die Stadt an der Weser mit dem Rad entdecken. Wir haben Spezialitäten probiert, einen Strand gefunden und im Silo übernachtet. Hier sind unsere Tipps für einen ganz besonderen Kurztrip an die Weser.
Frühstück im Viertel
Anreise? Am besten mit der Bahn, dann ein Fahrrad leihen und los geht es. Wir starten mit einem Frühstück in der „Glücksküche“ (Berliner Str. 22 ) im lebendigen „Viertel“, das sich aus den Stadtteilen Ostertor und Steintor zusammensetzt. Klassizistische Bremer Häuser im typischen Baustil mit bunten Vorgärten, Kneipen, Bars und Cafés, Bioläden und Boutiquen – hier macht der Stadtbummel Spaß. Im „Heimathaven“ (Ostertorsteinweg 6) ist die 100 Jahre alte Einrichtung erhalten geblieben. Wir staunen über die Vielzahl an Spezialitäten, kaufen hausgemachte Karamellcreme und wissen jetzt, was „Klaben“ (Rosinenkuchen), „Kluten“ (Pfefferminzfondant mit Schokolade) und „Babbeler“ (Zuckerstange mit leichtem Pfefferminzgeschmack) sind. Wer sich für einen herzhaften Imbiss interessiert, bekommt bei Tandour am Sielwall 5 seit 45 Jahren Rollos in bester Qualität. Rollos? Auch das ist eine typisch bremische Bezeichnung für gerollte und gefüllte arabische vor Ort gebackene Fladenbrote, die woanders Dürüm heißen.
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Mittags Kultur
Radwege überall, falsch abbiegen dank guter Ausschilderung fast unmöglich. Bremen ist top für Radfahrer. Direkt ans „Viertel“ schließt die Kulturmeile an. Theater, Kunsthalle, Gerhard-Marcks-Haus und das Wilhelm-Wagenfeld-Haus liegen dicht beieinander. Wir schauen uns die Lampen, Salzstreuer und andere vom Designer Wagenfeld entworfenen Gebrauchsgegenstände an und radeln weiter Richtung Altstadt. Beeindruckend: der Marktplatz mit Dom, Rathaus und dem Bremer Roland – 2004 ausgezeichnet als Unesco-Welterbe. Neben dem Rathaus stehen die Bremer Stadtmusikanten. Die zwei Meter hohe Bronzeplastik des Bildhauers Gerhard Marcks ist seit den 1950er Jahren vermutlich das meist fotografierte Motiv in der Stadt. Zum Pflicht-Besichtigungsprogramm gehört auch ein Bummel durch die Böttcherstraße mit ihren Manufakturen und der expressionistischen Architektur aus den 1920er Jahren – und ein Abstecher in den Schnoor. Bremens ältester Stadtteil mit seinen winzigen Häusern, Gassen und Kunsthandwerksläden liegt direkt an der Weser.
Nachmittags an der Weser
Die Sonne scheint, Radfahrer, Jogger, Inline-Skater und Sonnenanbeter teilen sich die Wiesen und Wege am Osterdeich. Wir radeln an der Weserpromenade entlang nach Norden, vorbei an der Ausgeh-Meile „Schlachte“, Kaffeegeruch von den gegenüberliegenden Röstereien Azul und Jacobs in der Nase, weiter zum Hafen, der zum neuen Viertel Überseestadt umgestaltet wird. Am Ende der Konsul-Smid-Straße gibt es seit 2019 eine schöne Überraschung: „Waller Sand“ ist ein Strandpark mit Dünen und Liegebänken, perfekt für eine Pause mit Urlaubsfeeling.
Abends ins Silo
Weil es in Bremen so viel zu entdecken gibt, bleiben wir über Nacht. Und zwar im neu eröffneten spektakulären „John & Will Silo Hotel by Guldsmeden“, benannt nach den Kellogg-Brüdern John und Will. Auf dem Gelände hatte die Cerealien-Firma bis 2018 ihren Sitz. Heute freuen sich Gäste über Zimmer im ehemaligen Getreidesilo, weithin sichtbar mit dem charakteristischen Schriftzug „Kellogg’s“ auf dem Dach. Alle Zimmer haben Weserblick, den man von der gepolsterten langen Liege-Fensterbank bequem genießen kann.