Ausflugs-Tipp: Ein Kuchen für den König machte diese Stadt berühmt
Was hat ein König mit einem Kuchen zu tun? Wie kommt der bekannteste Kommunist der Welt dazu, ausgerechnet eine Adelige zu heiraten? Und warum spielt das beschauliche Salzwedel bei alledem die Hauptrolle? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet sie in der sehenswerten Hansestadt in der Altmark.
Backwerk mit Tradition in Salzwedel
Baumkuchen aus Salzwedel ist in der Fachwerkstadt allgegenwärtig. Dabei sieht er nicht mal besonders ansprechend aus. 1841 wurde das auf einem rotierenden Spieß gebackene Schichtgebäck dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. auf einer Reise in die Altmark erstmals serviert. Der König war sehr begeistert und nahm den Kuchen, der dann wegen seiner Form erstmals als „Baumkuchen“ bezeichnet wurde, bei seinem zweiten Besuch in Salzwedel als Proviant mit auf die Reise.
Daraufhin stellten verschiedene Bäcker den Kuchen in Salzwedel her – und backen ihn noch heute genauso wie vor 175 Jahren über offenem Feuer Schicht für Schicht mittels einer Kelle. Aufwendige Handarbeit, die den Baumkuchen besonders wohlschmeckend und leider auch besonders teuer macht.
Kunst und Kulinarik
Nicht nur der Baumkuchen gehört zu den kulinarischen Highlights der Stadt in der Altmark, die übrigens wegen ihrer günstigen Lage an der Salzstraße zu den Hansestädten zählte. Im Restaurant „Heimart“ kochen Matthias Kutschke und Lars Wolfram seit zehn Jahren ganz ausgezeichnet und mit regionalen Zutaten.
Verbinden lässt sich ein Restaurantbesuch ganz einfach mit einem Ausstellungsbesuch, denn Restaurant und Galerie sind im „Kunsthaus Salzwedel“ untergebracht. Dort zu sehen ist die renommierte Dauerausstellung „Broken Brushes“ mit Druckgrafiken von Max Beckmann, Lovis Corinth, Otto Dix, Max Pechstein, Lyonel Feininger, George Grosz, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Max Liebermann und Franz Marc. Früher war das Gebäude eine Mädchenschule, stand jahrelang leer und wurde dann aufwendig saniert.
„Kunsthaus Salzwedel“: Neuperverstraße 18, Salzwedel, Di bis So 14 bis 17 Uhr;
„Restaurant Heimart“ im „Kunsthaus“: Mi bis Fr 17 bis 21.30 Uhr, Sa/So 12 bis 15 und 17 bis 22 Uhr
Altstadt mit Rathaus und Burg
Sehenswert ist auch die Altstadt Salzwedels mit ihren restaurierten Fachwerkhäusern, alten Toren, Kirchen und Backsteinfassaden. Alles lässt sich von oben betrachten – und zwar vom Rathausturm, der vor rund 450 Jahren im Renaissancestil erbaut wurde. Von der Salzwedeler Burg ist bis auf einen Wohnturm und ein paar Mauerreste nicht mehr viel erhalten. Das Burggelände in der Altstadt wurde als Burggarten angelegt.
Die Adelige und der Kommunist
Auch berühmte Persönlichkeiten stammen aus Salzwedel. Die bekannteste ist Jenny von Westphalen (1814-1881). Ihren späteren Ehemann Karl Marx (1818-1883) lernte sie schon im Kindesalter in Trier kennen – dorthin wurde ihr Vater versetzt, die Eltern beider Familien waren befreundet.
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Jenny galt als „das schönste Mädchen von Trier“, außerdem als gebildet, großherzig und mutig. Sie unterstützte ihren Mann bei seiner Arbeit, schrieb seine unleserlichen Texte ab und lebte mit ihm unter schwierigen materiellen Umständen in London. Später veröffentlichte sie auch eigene Texte, zum Beispiel Theaterrezensionen. Wie ihr Leben aussah, zeigt eine Dauerausstellung in ihrem Geburtshaus, einem Stadtpalais in der Jenny-Marx-Straße 20, geöffnet dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr.