Weihnachtsgeschäft in Hamburg: So schlecht lief es selten
Schnell noch ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen – in der Innenstadt war es am Wochenende proppevoll. Doch für viele Händler ist die Lage alles andere als rosig. Preissteigerungen, Kaufzurückhaltung und aggressive Rabattaktionen belasten die Branche spürbar. Die MOPO hat mit Brigitte Nolte vom Handelsverband Nord gesprochen. Ein so schlechtes Weihnachtsgeschäft wie in diesem Jahr gab es selten, sagt sie.
Bundesweit rechnet der Handel für November und Dezember mit einem leichten Umsatzplus von 1,5 Prozent, für Hamburg sieht es ähnlich aus. Doch Brigitte Nolte, Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord in Hamburg, sieht keinen Grund für Euphorie: „Insgesamt ist die Verbraucherstimmung mau, die Verunsicherung durch Krisen macht sich bemerkbar“, so Nolte zur MOPO.
Verunsicherung durch Krisen macht sich bemerkbar
Kriege, Inflation, wirtschaftliche Unsicherheit, all das spiegelt sich in einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Dazu kommen die vielen Rabattaktionen, die ihren Teil dazu beitragen. Hamburgs Einzelhändler ziehen daher bislang eine ernüchternde Bilanz, rund zwei Drittel von ihnen seien mit dem Weihnachtsgeschäft unzufrieden, so Nolte.
Ein paar Lichtblicke gibt es dann aber doch. Vor allem bei den Branchen Bekleidung, Elektronik und Spielwaren klingelt jetzt die Kasse. Gerade Spielwaren leben vom Dezember: Rund 25 Prozent des Jahresumsatzes werden in der Weihnachtszeit gemacht. Besonders gefragt sind zudem Gutscheine – sie gehören auch in diesem Jahr zu den Verkaufsschlagern.
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Ein paar Tage sind es ja noch bis Weihnachten. Könnten Last-Minute-Shopper die Bilanz des Handels noch retten? Zwar sei die Woche vor Weihnachten oft die umsatzstärkste. Doch Brigitte Nolte ist skeptisch. Der Handel leide unter einer Rabattspirale, sagt sie. Black Friday, Vorweihnachts-Sales, Daueraktionen – all das setze die Unternehmen massiv unter Druck. Denn: Käuferinnen und Käufer, die ohnehin vorsichtig sind, warteten gezielt auf den nächsten Preisnachlass, anstatt einfach draufloszukaufen.
Allerdings werden auch Gutscheine immer beliebter und das Weihnachtsgeschäft endet erst im neuen Jahr. Manche Händler hoffen deshalb noch auf ein gutes Geschäft zum Jahresausklang.
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