„Ritze“-Chef Carsten Marek: „Kioske und Dönerläden machen alles kaputt“
Boxlegenden, Rockstars und Zuhälter-Banden – die „Ritze“ hat sie alle empfangen und ist somit selbst zu einer Kiez-Legende geworden. Vor allem im Rotlichtmilieu war die Szene-Kneipe allgegenwärtig: Die „Nutella-Bande“ um Klaus Barkowsky hatte die „Ritze“ zu ihrer Stammkneipe erkoren, der Zuhälter Fritz Schroer mit dem Spitznamen „Chinesen-Fritz“ wurde am Tresen sitzend erschossen und im berühmten Boxkeller der „Ritze“ beging der frühere „Pate von St. Pauli“, Stefan Hentschel, Suizid. Heute ist es ruhiger geworden, auch der Inhaber Carsten Marek hat sich aus dem Milieu zurückgezogen. Trotzdem ist ein Besuch in der „Ritze“ wie das Betreten einer Zeitkapsel.
Die glitzernde Rolex am Handgelenk von Carsten Marek (65) verrät, aus welchem Milieu der heutige Inhaber der „Ritze“ stammt. „Früher war hier alles Milieu“, erzählt der ehemalige Zuhälter und Kickboxer. Schon als Teenager habe er die „Jungs vom Kiez“ kennengelernt. „Damals hatte der Kiez Glamour und einen Touch von Las Vegas“, schwelgt Marek in Erinnerungen. Was für viele – vor allem die Frauen – ein Fortschritt ist, scheint für ihn ein Verlust: „Heute gibt es kaum noch Prostitution.“
Chef der „Ritze“: Die Kioske machen alles kaputt
- Deutsch (Deutschland)
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